🦷 Fluorid – Der Schutzschild für Zähne und Knochen

Was ist Fluorid?

Fluorid ist die negativ geladene Form des chemischen Elements Fluor (F). Es zählt zu den Spurenelementen, da der Körper es nur in sehr kleinen Mengen benötigt. Fluorid ist vor allem für seine karieshemmende Wirkung bekannt und wird häufig in Zahnpflegeprodukten und Trinkwasser eingesetzt.


Funktionen von Fluorid im Körper

1. Zahnschmelz-Härtung

Fluorid lagert sich in den Zahnschmelz ein und bildet Fluorapatit, eine besonders widerstandsfähige Verbindung, die den Zahn vor Säureangriffen durch Bakterien schützt.

2. Kariesprophylaxe

Fluorid hemmt das Wachstum von kariogenen Bakterien (z. B. Streptococcus mutans) und fördert die Remineralisierung beginnender Zahnschäden.

3. Knochenstoffwechsel

Fluorid wird auch in die Knochenmatrix eingebaut und kann die Knochenhärtung unterstützen – allerdings ist die Wirkung hier umstritten und dosisabhängig.


Tagesbedarf und Empfehlungen

Empfohlene Zufuhr (laut DGE)

Alters- / LebensphaseAngemessene Fluoridzufuhr (mg/Tag)
Säuglinge (0–<4 Monate)0.25
Säuglinge (4–12 Monate)0.5
Kinder (1–<4 Jahre)0.7
Kinder (4–<7 Jahre)1.1
Kinder (7–<10 Jahre)1.5
Kinder (10–<13 Jahre)2
Jugendliche (13–<15 Jahre)2.8
Jugendliche (15–<19 Jahre)3.2
Erwachsene Frauen (inkl. Schwangere/Stillende)3.1
Erwachsene Männer3.8


Fluoridquellen

Natürliche Quellen

Lebensmittel / QuelleFluorid-Gehalt
Schwarztee (aufgegossen)1,0 mg/L
Grüner Tee (aufgegossen)0,6 mg/L
Fisch (z. B. Hering)0,35 mg/100 g
Krabben / Garnelen0,16 mg/100 g
Meeresfisch allgemein0,3–0,5 mg/100 g
Mineralwasser (durchschnittlich)<0,25 mg/L
Mineralwasser (fluoridhaltig)0,7–1,5 mg/L
Vollkornbrot0,10 mg/100 g
Spinat0,07 mg/100 g
Kartoffeln0,05 mg/100 g
Äpfel0,03 mg/100 g
Milch0,03 mg/100 g
Käse0,02 mg/100 g
Eier0,02 mg/100 g
Tafel- / Kochsalz (fluoridiert)250 mg/kg

Künstliche Anreicherung

  • Fluoridiertes Speisesalz (in Deutschland weit verbreitet)

  • Fluoridiertes Trinkwasser (z. B. in den USA, Irland, Australien – in Deutschland nicht üblich)


Fluoridmangel

Ein Mangel an Fluorid kann zu:

  • Erhöhtem Kariesrisiko

  • Schwächerem Zahnschmelz

  • Vermehrter Plaquebildung

führen – insbesondere bei Kindern im Zahnwechsel.


Überdosierung und Fluorose

Akute Überdosierung

  • Kann bei versehentlichem Verschlucken großer Mengen Zahnpasta oder Fluoridtabletten auftreten.

  • Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen

Chronische Überdosierung (Fluorose)

  • Zahnfluorose: Weiße Flecken oder Streifen auf den Zähnen (bei Kindern während der Zahnentwicklung)

  • Skelettfluorose: Sehr selten, tritt bei extrem hoher Fluoridzufuhr über Jahre auf (z. B. in Regionen mit stark fluoridreichem Trinkwasser)

Obergrenze (UL):

  • Erwachsene: ca. 7 mg/Tag

  • Kinder: deutlich weniger, je nach Alter


Fluorid in der Zahnpflege

  • Zahnpasta: Standardkonzentration 1000–1500 ppm Fluorid

  • Mundspülungen: ca. 250 ppm

  • Fluoridgel oder -lack: Höhere Konzentrationen, meist beim Zahnarzt angewendet

  • Fluoridtabletten: Nur bei ärztlicher Empfehlung, z. B. bei Kindern ohne fluoridiertes Salz oder Zahnpasta


Kontroverse um Fluorid

  • In einigen Ländern wird die Fluoridierung des Trinkwassers als Maßnahme zur Kariesprävention eingesetzt – in Deutschland ist dies nicht üblich und teils umstritten.

  • Die Wissenschaft ist sich weitgehend einig, dass kontrollierte Fluoridzufuhr sicher und wirksam ist.

  • Überdosierung vermeiden: Besonders bei Kindern auf die richtige Dosierung achten (z. B. erbsengroße Menge Zahnpasta).


Fazit

Fluorid ist ein hochwirksames Spurenelement zur Kariesprophylaxe. Es stärkt den Zahnschmelz, hemmt Bakterien und unterstützt die Remineralisierung. Eine ausgewogene Zufuhr über fluoridiertes Salz, Zahnpasta und ggf. fluoridreiches Mineralwasser ist in der Regel ausreichend. Wie bei allen Spurenelementen gilt: Die Dosis macht das Gift – besonders bei Kindern ist auf eine altersgerechte Anwendung zu achten.