Die Wanderratte – ein anpassungsfähiger Hygieneschädling
Die Wanderratte (Rattus norvegicus), auch als Braunratte bezeichnet, gehört zu den bekanntesten und weit verbreitetsten Nagetieren weltweit. Ursprünglich aus Ostasien stammend, hat sie sich durch den Menschen über den ganzen Globus verbreitet. Heute lebt sie eng mit dem Menschen zusammen und zählt zu den wichtigsten Vorrats- und Hygieneschädlingen.
Merkmale und Aussehen 
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Größe: Körperlänge 20–25 cm, Schwanz etwas kürzer (17–23 cm)
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Gewicht: 200–500 g (in Ausnahmefällen bis 600 g)
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Farbe: graubraun, Bauch heller gefärbt
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Kopf: stumpfe Schnauze, kleine Augen und Ohren
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Körperbau: kräftig, gedrungen, weniger elegant als die Hausratte (Rattus rattus)
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Besonderheiten: guter Schwimmer und Taucher, lebt oft in der Nähe von Gewässern oder Abwassersystemen
Lebensweise und Verhalten
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Aktivität: überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
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Lebensraum: bevorzugt feuchte Bereiche wie Keller, Kanäle, Abwasserrohre, Müllplätze, Lagerhallen
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Nahrung: Allesfresser, bevorzugt Getreide, Fleischreste, Abfälle – benötigt täglich Wasser
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Sozialverhalten: lebt in Kolonien mit klarer Rangordnung
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Anpassungsfähigkeit: sehr widerstandsfähig, passt sich schnell an neue Lebensräume an
Fortpflanzung
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Geschlechtsreife: bereits nach 2–3 Monaten
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Tragzeit: 21–23 Tage
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Wurfgröße: 6–12 Junge pro Wurf
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Würfe pro Jahr: 3–7, abhängig von Nahrungsangebot und Klima
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Lebenserwartung: 1–2 Jahre in freier Wildbahn, bis 3 Jahre in Gefangenschaft
Die hohe Fruchtbarkeit macht die Wanderratte zu einem schwer kontrollierbaren Schädling.
Schäden und Risiken
Vorratsschäden
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Frisst Getreide, Obst, Gemüse, Fleisch, Tierfutter u. v. m.
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Verunreinigt Vorräte mit Kot, Urin und Haaren
Gesundheitliche Gefahren
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Überträgt zahlreiche Krankheitserreger:
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Salmonellen
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Leptospiren (Leptospirose)
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Hantaviren
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Parasiten (Flöhe, Würmer)
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Historisch: Rattenflöhe galten als Überträger der Pest
Bauliche Schäden
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Nagen an Kabeln, Holz und Leitungen → Kurzschlüsse, Brandgefahr
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Unterhöhlen von Gebäuden und Straßen durch Gangsysteme
Anzeichen eines Befalls
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Rattenkot (bis 2 cm lang, spindelförmig)
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Nagespuren an Lebensmitteln, Verpackungen, Kabeln
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Laufspuren und Fettspuren an Wänden
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Nester aus Papier, Stoff oder Isoliermaterial
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Sichtung lebender oder toter Tiere (vor allem abends)
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Geräusche in Wänden oder Böden
Bekämpfung und Vorbeugung
Prävention
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Lebensmittel in dichten Behältern lagern
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Abfälle regelmäßig entsorgen, Mülltonnen verschließen
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Zugänge abdichten (Ritzen, Abwasserrohre sichern, Kanalabdeckungen)
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Ordnung und Sauberkeit in Vorrats- und Lagerräumen
Bekämpfungsmethoden
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Mechanische Fallen: Schlagfallen oder Lebendfallen
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Giftköder (Rodentizide): nur fachgerecht einsetzen, Gefahr für Haustiere und Umwelt beachten
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Elektronische Fallen: hygienische Alternative
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Professionelle Schädlingsbekämpfung: bei starkem Befall unverzichtbar