Die feine Karibik-Rinde
Einführung
Canella, auch bekannt als Kanellrinde oder Weißzimt, ist ein weniger bekanntes, aber hoch aromatisches Gewürz. Es stammt nicht – wie der Name vermuten lässt – vom Zimtbaum (Cinnamomum) ab, sondern von der Pflanze Canella winterana, die zur Familie der Canellaceae gehört. Die Rinde wird ähnlich wie Zimt verwendet, hat aber ein eigenes, charakteristisches Aroma: würzig, leicht pfeffrig und zimtähnlich, aber frischer und herber.
Canella ist vor allem in der Karibik und den Westindischen Inseln verbreitet, wo es seit Jahrhunderten sowohl als Küchengewürz als auch in der Volksmedizin geschätzt wird.
Herkunft und Geschichte
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Ursprung: Karibik, Westindische Inseln, Florida.
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Tradition: Schon von den indigenen Völkern als Gewürz- und Heilpflanze genutzt.
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Kolonialzeit: Von europäischen Entdeckern nach Europa gebracht, zeitweise als „billiger Zimtersatz“ gehandelt.
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Heute: Vor allem in der Karibikregion genutzt, in Europa und Asien eher selten und eine botanische Besonderheit.
Pflanze und Gewinnung
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Art: Canella winterana (einziger Vertreter der Gattung Canella).
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Wuchs: Immergrüner Baum, bis 10 m hoch.
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Blätter: glänzend, dunkelgrün, ledrig.
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Blüten: weißlich, duftend.
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Früchte: kleine rote Beeren, dekorativ, aber ungenießbar.
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Gewinnung: Die getrocknete Innenrinde wird abgeschält und als Gewürz genutzt.
Aussehen und Aroma
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Aussehen: bräunlich-graue Rindenstücke, manchmal als Stangen im Handel.
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Geschmack: würzig, zimtähnlich, aber herber und pfeffriger.
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Aroma: frisch, leicht scharf, mit Nelken- und Muskatnuancen.
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Hauptaromastoffe: Eugenol (wie in Nelken), ätherische Öle, Gerbstoffe.
Verwendung in der Küche
Canella ist kein Alltagsgewürz, sondern eher eine Spezialität mit regionalem Charakter.
Traditionelle Nutzung
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Karibische Küche: in Eintöpfen, Fleischgerichten, Reisgerichten.
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Liköre und Spirituosen: Bestandteil von Bitterlikören und Rum-Mischungen.
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Backwaren: als Zimt-Ersatz in Kuchen und Süßspeisen.
Internationale Verwendung
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Europa (historisch): als günstiger Ersatz für Ceylon-Zimt im 18./19. Jahrhundert.
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Heute: vor allem in Gewürzmischungen und Likören (z. B. Campari, Vermouth, Bitterspirituosen).
Gesundheitliche Aspekte
Inhaltsstoffe
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Ätherische Öle: u. a. Eugenol, das auch für die Nelkenwürze typisch ist.
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Gerbstoffe und Bitterstoffe.
Wirkungen
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Verdauungsfördernd: regt Appetit und Magensaftproduktion an.
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Kreislaufanregend: wärmende Wirkung.
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Antimikrobiell: wirksam gegen Bakterien und Pilze.
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Volksmedizin: traditionell bei Erkältungen, Verdauungsbeschwerden und als Stärkungsmittel eingesetzt.
Aufbewahrung
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Rinde: kühl, trocken und luftdicht gelagert mehrere Jahre haltbar.
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Gemahlen: verliert schneller Aroma, daher besser frisch mahlen.
Unterschiede zu Zimt
Fazit
Canella ist ein außergewöhnliches Gewürz, das außerhalb der Karibik nur wenig bekannt ist, aber eine spannende Alternative zu Zimt darstellt. Mit seinem würzig-pfeffrigen Aroma, das an Zimt, Nelken und Muskat erinnert, verleiht es Gerichten eine besondere Tiefe und eignet sich besonders für Liköre, Fleischgerichte und exotische Spezialitäten.
Während Ceylon- und Kassia-Zimt weltweit die Gewürzregale dominieren, bleibt Canella ein geheimnisvoller Schatz der Karibik, der kulinarisch wie medizinisch eine besondere Rolle spielt.