Die Getreidemotte – ein gefährlicher Vorratsschädling in Mühlen und Speichern
Die Getreidemotte (Sitotroga cerealella), auch als Kornmotte bekannt, gehört zur Familie der Zünsler (Gelechiidae). Sie ist weltweit verbreitet und gilt als einer der wichtigsten Schädlinge an gelagertem Getreide. Besonders problematisch ist sie, weil ihre Larven direkt im Korn fressen und so große Vorratsschäden verursachen.
Merkmale und Aussehen
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Größe: Körperlänge 6–9 mm, Flügelspannweite 10–18 mm.
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Farbe: Vorderflügel hell gelbbraun bis strohfarben mit dunklen Sprenkeln, Hinterflügel grauweiß mit Fransen.
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Larven: bis 6 mm lang, weißlich mit brauner Kopfkapsel.
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Besonderheit: Falter sind unauffällig, die eigentlichen Schäden entstehen durch die Larven im Korninneren.
Lebenszyklus
Die Getreidemotte durchläuft eine vollständige Metamorphose:
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Ei: Weibchen legen 100–200 Eier direkt an Getreidekörnern ab.
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Larve: Die frisch geschlüpften Raupen bohren sich sofort in das Korn ein und fressen das Innere.
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Puppe: Die Verpuppung findet meist im Korn selbst statt.
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Falter: Adulte Motten leben nur wenige Tage (ca. 5–10 Tage) und nehmen keine Nahrung mehr auf.
Die Entwicklungszeit beträgt je nach Temperatur und Feuchtigkeit 4–6 Wochen. Unter günstigen Bedingungen können mehrere Generationen pro Jahr entstehen.
Befallene Produkte
Die Getreidemotte befällt vor allem:
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Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Mais, Reis
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gelagerte Getreidekörner in Speichern und Silos
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seltener verarbeitete Produkte wie Mehl oder Teigwaren
Ein Befall ist meist schwer erkennbar, da die Larven im Korninneren verborgen sind.
Schäden und Risiken
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Direkter Fraßschaden: Larven fressen das Korninnerste, wodurch es unbrauchbar wird.
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Qualitätsminderung: Befallene Körner sind leichter, brüchiger und keimen schlechter.
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Wirtschaftliche Schäden: In Mühlen und Silos können ganze Vorräte entwertet werden.
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Hygienische Probleme: Kot, Häutungsreste und tote Larven verschmutzen die Vorräte.
Bekämpfung und Vorbeugung
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Frühzeitige Kontrolle: Regelmäßige Inspektion von Getreidevorräten.
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Lagerhygiene: Getreidelager gründlich reinigen, Ritzen und Spalten säubern.
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Temperaturkontrolle: Kühlung unter 15 °C hemmt die Entwicklung erheblich.
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Dichte Lagerung: Lagerbestände luftdicht verschließen, um Neubefall zu verhindern.
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Biologische Bekämpfung: Der Einsatz von Schlupfwespen (z. B. Habrobracon hebetor) kann Larven parasitieren.
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Insektizide/Fumigation: In der Industrie werden sie in Notfällen eingesetzt, sollten aber wegen Rückständen nur professionell angewandt werden.