Was ist Lycopin?
Lycopin ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Gruppe der Carotinoide. Es handelt sich um ein rotes Pigment, das vor allem Tomaten, aber auch anderen Früchten wie Wassermelonen, Hagebutten und Papayas ihre charakteristische Farbe verleiht. Der menschliche Körper kann Lycopin nicht selbst herstellen und ist daher auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Im Körper lagert sich Lycopin vor allem in Organen und im Fettgewebe ab – bei Männern besonders in den Hoden, aber auch in Leber und Nebenniere[1].
Vorkommen und Aufnahme
Hauptquellen für Lycopin:
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Tomaten und Tomatenprodukte (Tomatenmark, Tomatensaft, Ketchup)
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Wassermelone
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Hagebutte
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Papaya
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Rosa Grapefruit
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Aprikose
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Kürbis
Der Lycopingehalt variiert je nach Sorte, Anbaubedingungen und Verarbeitung. Besonders hoch ist der Gehalt in Tomatenmark (bis zu 55 mg/100 g), während frische Tomaten etwa 5–10 mg/100 g enthalten. Gekochte oder verarbeitete Tomatenprodukte liefern Lycopin in einer Form, die der Körper besser aufnehmen kann (cis-Form). Die Aufnahme wird durch die gleichzeitige Zufuhr von Fett verbessert, während Ballaststoffe die Aufnahme verringern können[1].
Wirkung und gesundheitlicher Nutzen
Lycopin ist ein starkes Antioxidans. Es schützt die Zellen vor sogenannten freien Radikalen, die durch Stoffwechselprozesse, UV-Strahlung oder Schadstoffe entstehen und zu oxidativem Stress führen können. Oxidativer Stress steht im Verdacht, an der Entstehung vieler chronischer Krankheiten beteiligt zu sein.
Nachgewiesene und vermutete Wirkungen:
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Herz-Kreislauf-Schutz: Lycopin kann helfen, den Blutdruck zu senken und die Gefäßfunktion zu verbessern.
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Krebsprävention: Besonders bei Prostatakrebs gibt es Hinweise auf eine schützende Wirkung. Auch das Risiko für Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Gallenblasen- und Darmkrebs könnte gesenkt werden.
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Stärkung des Immunsystems: Lycopin unterstützt das Wachstum und die Aktivität bestimmter Immunzellen.
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Schutz vor Hautalterung und UV-Schäden: Lycopin kann die Haut vor den schädlichen Auswirkungen der Sonne schützen.
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Schutz vor rheumatischen Erkrankungen und grauem Star[2].
Dosierung, Tagesbedarf und Bioverfügbarkeit
Für Lycopin gibt es keine offiziell empfohlene Tagesdosis. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat bislang keine Empfehlung ausgesprochen, da die Datenlage noch nicht ausreichend ist. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt als sichere Obergrenze 0,5 mg Lycopin pro Kilogramm Körpergewicht und Tag aus allen Quellen (Lebensmittel und Nahrungsergänzung)[1].
Bioverfügbarkeit:
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Lycopin aus gekochten oder verarbeiteten Tomatenprodukten wird besser aufgenommen als aus rohen Tomaten.
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Die Aufnahme wird durch Fett (z. B. Olivenöl) verbessert.
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Ballaststoffe können die Aufnahme verringern.
Risiken, Nebenwirkungen und Überdosierung
Eine Überdosierung mit Lycopin über die normale Ernährung ist praktisch ausgeschlossen. Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln gelten Mengen bis 15 mg pro Tag als sicher. Es gibt keine Hinweise auf schädliche Wirkungen bei langfristiger Einnahme im Rahmen der empfohlenen Mengen. Sehr hohe Dosen könnten jedoch – wie bei anderen Antioxidantien – theoretisch negative Effekte haben, etwa das Wachstum bestimmter Krebsarten begünstigen, wenn sie isoliert als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden[2].
Studienlage
Die Studienlage zu Lycopin ist umfangreich, aber nicht in allen Bereichen eindeutig. Viele positive Effekte wurden in Beobachtungsstudien festgestellt, die einen Zusammenhang zwischen hohem Lycopinkonsum und einem geringeren Risiko für bestimmte Krankheiten zeigen. Die schützende Wirkung bei Prostatakrebs ist am besten untersucht. Für andere Krebsarten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Hautschutz gibt es Hinweise, aber noch keine abschließenden Beweise. Die Wirkung von isoliertem Lycopin als Nahrungsergänzungsmittel ist weniger gut belegt als die Wirkung von Lycopin aus natürlichen Lebensmitteln[2].
Fazit
Lycopin ist ein wertvoller sekundärer Pflanzenstoff mit vielen potenziellen gesundheitlichen Vorteilen. Die beste Quelle ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, insbesondere Tomaten und daraus hergestellten Produkten. Nahrungsergänzungsmittel sind in der Regel nicht notwendig und sollten nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.
Quellen:
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Orthomol – Lycopin: Tagesbedarf, Wirkung, Vorkommen[1]
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Utopia – Lycopin: Wirkung, Eigenschaften und wo der Pflanzenstoff steckt[2]
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Houli Health – Lycopin: Das starke Antioxidans aus der Natur[3]