Tryptophan – die stimmungsaufhellende Aminosäure
Tryptophan gehört zu den essenziellen Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb über die Nahrung aufnehmen muss. Sie spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, da sie als Ausgangsstoff für verschiedene lebenswichtige Moleküle dient – darunter das „Glückshormon“ Serotonin und das „Schlafhormon“ Melatonin. Dadurch beeinflusst Tryptophan Stimmung, Schlaf und Wohlbefinden in besonderem Maße.
Chemische und biologische Grundlagen
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Name: L-Tryptophan
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Struktur: aromatische Aminosäure mit Indolring
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Essentiell: muss mit der Nahrung zugeführt werden
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Vorkommen im Körper: Bestandteil von Proteinen und Vorstufe wichtiger Neurotransmitter und Vitamine
Funktionen von Tryptophan im Körper
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Bildung von Serotonin
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Tryptophan wird in der Leber und im Gehirn in Serotonin umgewandelt.
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Serotonin wirkt stimmungsaufhellend, angstlösend und reguliert Appetit.
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Vorstufe von Melatonin
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Aus Serotonin wird in der Zirbeldrüse Melatonin gebildet.
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Melatonin steuert den Tag-Nacht-Rhythmus und sorgt für guten Schlaf.
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Bildung von Niacin (Vitamin B3)
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Ein Teil des Tryptophans wird in Niacin umgewandelt.
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Niacin ist wichtig für Energiestoffwechsel und Hautgesundheit.
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Beteiligung am Proteinstoffwechsel
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Bestandteil vieler Körperproteine.
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Wichtige Rolle im Muskel- und Gewebeaufbau.
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Bedarf an Tryptophan
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Empfohlene Zufuhr: etwa 4 mg pro kg Körpergewicht pro Tag (WHO/FAO).
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Beispiel: Eine Person mit 70 kg benötigt rund 280 mg Tryptophan täglich.
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In der Regel wird der Bedarf durch eine normale Ernährung gedeckt.
Nahrungsquellen von Tryptophan
Tryptophan ist vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln enthalten:
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Tierische Quellen:
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Geflügel (Pute, Huhn)
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Eier
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Käse (v. a. Parmesan, Emmentaler)
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Milch und Joghurt
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Fisch (Lachs, Thunfisch)
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Pflanzliche Quellen:
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Hülsenfrüchte (Soja, Linsen, Kichererbsen, Erbsen)
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Nüsse und Samen (Kürbiskerne, Cashews, Walnüsse, Sesam)
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Haferflocken und Vollkornprodukte
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Bananen (enthalten moderate Mengen, oft im Zusammenhang mit Serotonin genannt)
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Einfluss auf Stimmung und Schlaf
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Tryptophan wird oft als natürlicher Stimmungsaufheller bezeichnet, da es die Serotoninbildung steigert.
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Ein Mangel kann mit Depressionen, Angstzuständen und Schlafstörungen in Verbindung stehen.
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Nahrungsergänzungen mit Tryptophan oder 5-HTP (eine direkte Vorstufe von Serotonin) werden therapeutisch bei Schlafproblemen und Stimmungsschwankungen eingesetzt.
Tryptophan-Mangel
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selten bei ausgewogener Ernährung, kann aber auftreten bei:
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einseitiger Ernährung
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Alkoholabhängigkeit
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chronischen Erkrankungen
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Symptome:
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Schlafstörungen
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depressive Verstimmungen
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Reizbarkeit
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Appetitverlust
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Tryptophan-Überschuss
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Über die Nahrung kaum möglich, da Überschüsse abgebaut werden.
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Bei hohen Dosen durch Nahrungsergänzungsmittel:
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Übelkeit, Schläfrigkeit
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in seltenen Fällen Serotonin-Syndrom (bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva).
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Medizinische Anwendung
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Tryptophan wird in der Schlafmedizin bei Insomnie und Jetlag genutzt.
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In der Psychiatrie als begleitende Therapie bei Depressionen erforscht.
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Wird auch in Diätprodukten eingesetzt, da Serotonin das Sättigungsgefühl beeinflusst.