Roggen – das robuste Getreide
Einleitung
Roggen (Secale cereale) ist eines der ältesten und widerstandsfähigsten Getreidearten Europas. Besonders in kühleren Regionen mit kargen Böden konnte er sich über Jahrhunderte behaupten. Heute spielt er vor allem in der Brotherstellung, als Futter- und Energiepflanze eine wichtige Rolle.
Herkunft und Geschichte
Roggen stammt ursprünglich aus dem Vorderen Orient und verbreitete sich über Handelswege nach Mitteleuropa. Bereits im frühen Mittelalter war er neben Gerste und Hafer ein Grundnahrungsmittel der bäuerlichen Bevölkerung. Aufgrund seiner Robustheit wurde Roggen zum „Brotgetreide des Nordens“, während Weizen eher in wärmeren Regionen dominierte.
Anbau und Eigenschaften
-
Klimatauglichkeit: Roggen gedeiht auf sandigen, nährstoffarmen Böden, wo andere Getreidearten kaum Erträge bringen.
-
Frostresistenz: Er übersteht Temperaturen von bis zu –25 °C.
-
Ertrag: Zwar bringt Roggen weniger Ertrag als moderner Hochleistungsweizen, dafür ist der Anbau ressourcenschonender.
-
Besonderheit: Roggen wird überwiegend als Wintergetreide angebaut, also im Herbst ausgesät und im Sommer geerntet.
Verwendung
1. Lebensmittel:
-
-
Roggenbrot, Pumpernickel und Knäckebrot zeichnen sich durch kräftigen Geschmack, dunkle Farbe und lange Haltbarkeit aus.
-
Roggenmehl enthält weniger Gluten als Weizen, weshalb reine Roggenbrote dichter und kompakter sind.
-
Traditionell wird Roggen auch für Sauerteig genutzt, da seine Enzyme eine natürliche Säuerung begünstigen.
-
2. Getränke:
-
-
Roggen wird in der Whiskyproduktion (besonders „Rye Whiskey“ in den USA und Kanada) eingesetzt.
-
3. Futter- und Energiepflanze:
- Als Grünfutter oder Silage für Nutztiere.
- Als nachwachsender Rohstoff für Biogas.
Gesundheitliche Aspekte