Aromatische Essenz Südfrankreichs
Die Kräuter der Provence (frz. Herbes de Provence) gehören zu den bekanntesten kulinarischen Symbolen Südfrankreichs. Mit ihrem intensiven Duft, ihrer mediterranen Frische und ihrer Vielseitigkeit sind sie ein Aushängeschild der provenzalischen Küche und ein fester Bestandteil internationaler Kochtradition.
Herkunft und Geschichte
Die Provence, eine Region im Südosten Frankreichs zwischen Mittelmeer und Alpen, ist seit jeher für ihre aromatischen Wildkräuter bekannt. Schon die Römer nutzten dort wachsende Pflanzen wie Thymian oder Rosmarin als Heilmittel und Küchengewürz.
Traditionell sammelten Bauern und Hirten diese Kräuter von den kargen Hügeln, den sogenannten Garrigues, und setzten sie frisch oder getrocknet in ihren Gerichten ein.
Der Begriff „Herbes de Provence“ wurde allerdings erst im 20. Jahrhundert populär – zunächst als Sammelbegriff für die typischen Kräuter der Region. Mit der industriellen Herstellung von Gewürzmischungen etablierte er sich schließlich als Bezeichnung für eine aromatische Mischung, die heute weltweit in kleinen Gläsern, Säckchen oder dekorativen Tontöpfen verkauft wird.
Typische Kräuter der Provence
Die Zusammensetzung kann variieren, doch diese Kräuter sind klassisch:
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Thymian – kräftig, erdig, leicht herb
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Rosmarin – frisch, harzig, aromatisch
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Bohnenkraut – pfeffrig, würzig
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Oregano oder Majoran – warm, leicht bitter, würzig
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Basilikum – süßlich, frisch, sommerlich
Optional und häufig in Exportmischungen enthalten:
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Lavendelblüten – blumig, aromatisch, charakteristisch für die Provence
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Estragon – anisartig, feinherb
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Salbei – würzig-herb
Geschmack und Aroma
Die Kräuter der Provence vereinen:
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herzhafte Würze (Thymian, Rosmarin, Bohnenkraut)
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leichte Bitterkeit (Oregano, Majoran)
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frische Süße (Basilikum)
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blumige Noten (Lavendel)
Das Aroma ist kräftig und mediterran, es erinnert sofort an Sonne, warme Böden und duftende Sommerfelder der Provence.
Verwendung in der Küche
Die Kräuter der Provence sind ein vielseitiger Begleiter in der mediterranen Küche.
Klassische Anwendungen:
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Grillgerichte: Zum Einreiben von Fleisch, Geflügel oder Fisch.
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Schmorgerichte: Typisch für Lammragouts, Daube provençale oder Rinderschmorbraten.
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Gemüsegerichte: Ratatouille, gefüllte Tomaten, Zucchini oder Auberginen.
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Kartoffelgerichte: Bratkartoffeln, Kartoffelgratin, Ofenkartoffeln.
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Suppen: Gemüse- und Fischsuppen, etwa Bouillabaisse.
Moderne Anwendungen:
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In Marinaden mit Olivenöl, Knoblauch und Zitrone.
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Als Käsewürze, z. B. Ziegenkäse mit Kräuterkruste.
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In Brot und Backwaren, etwa Fougasse (provenzalisches Fladenbrot).
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In Salatdressings und Dips.
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Als Aromatisierung von Ölen oder Essigen.