Das „Allgewürz“ der Karibik

Piment (Pimenta dioica), auch bekannt als Nelkenpfeffer, Allspice oder Jamaikapfeffer, ist ein aromatisches Gewürz, das ursprünglich aus der Karibik stammt. Der Name „Allspice“ kommt von englischen Händlern, die im 17. Jahrhundert meinten, dass Piment den Geschmack von Nelken, Zimt, Muskat und Pfeffer vereine – also ein wahres „Alleskönner-Gewürz“.


Ursprung und Geschichte

  • Herkunft: Piment stammt aus der Karibik und Mittelamerika, insbesondere aus Jamaika, das bis heute der größte Exporteur ist.

  • Entdeckung: Spanische Entdecker brachten Piment im 16. Jahrhundert nach Europa, wo es zunächst als Ersatz für Pfeffer gehandelt wurde.

  • Kolonialzeit: Aufgrund seines unverwechselbaren Aromas wurde es zu einem wichtigen Gewürz im Handel zwischen Europa und der „Neuen Welt“.


Pflanze und Gewinnung

  • Botanik: Immergrüner Baum aus der Familie der Myrtengewächse.

  • Früchte: Kleine, grüne Beeren, die unreif geerntet und anschließend getrocknet werden.

  • Aussehen: Getrocknete Pimentkörner ähneln Pfefferkörnern, sind aber etwas größer und braun.

  • Verarbeitung: Kann als ganze Beere, gemahlen oder in Mischungen verwendet werden.


Geschmack und Aroma

Piment ist komplex und warm, mit einer einzigartigen Kombination aus:

  • Nelken – würzig, leicht süßlich

  • Zimt – warm, aromatisch

  • Muskat – süßlich-würzig

  • Pfeffer – leichte Schärfe

Genau diese Vielfalt macht Piment so besonders und erklärt den Namen „Allspice“.


Verwendung in der Küche

Piment wird sowohl in herzhaften als auch in süßen Gerichten eingesetzt.

Traditionelle Anwendungen:

  • Karibik: Hauptzutat in Jerk-Spice-Marinaden (z. B. Jerk Chicken).

  • Mittelamerika: In Schmorgerichten, Bohnen- und Fleischgerichten.

  • Europa: In Würsten, Sauerbraten, Rotkohl, Wildgerichten.

  • Skandinavien: Typisch in eingelegtem Fisch (Matjes), Glögg (Glühwein) und Lebkuchen.

  • Naher Osten: Bestandteil von Gewürzmischungen wie Baharat.

Süße Anwendungen:

  • Weihnachtsgebäck, Lebkuchen, Spekulatius.

  • Kompotte, Chutneys, Obstkuchen.

Moderne Küche:

  • In Cocktails (z. B. Rum-Drinks).

  • In Fusion-Gerichten als Ersatz oder Ergänzung zu Nelken und Muskat.


Gesundheitliche Aspekte

Piment enthält ätherische Öle (u. a. Eugenol, das auch in Nelken vorkommt):

  • verdauungsfördernd

  • krampflösend

  • antibakteriell

  • in der Volksmedizin gegen Zahnschmerzen und Magenprobleme genutzt

In Maßen gilt Piment als unbedenklich, sollte aber nicht überdosiert werden, da das Aroma sehr intensiv ist.


Kulturelle Bedeutung

  • Jamaika: Piment ist ein fester Bestandteil der nationalen Identität.

  • Europa: Seit Jahrhunderten unverzichtbar in Weihnachtsgebäck und deftigen Gerichten.

  • Global: Ein Brückengewürz, das in verschiedensten Küchen – von der Karibik über den Nahen Osten bis Nordeuropa – seine Spuren hinterlassen hat.


Fazit

Piment ist ein wahres Multitalent: Mit seinem warmen, komplexen Aroma vereint es den Geschmack mehrerer Gewürze in sich und passt sowohl zu süßen als auch zu herzhaften Speisen.

Ob als Basis für karibische Marinaden, in orientalischen Mischungen oder in europäischen Weihnachtsklassikern – Piment ist ein universelles Gewürz, das kulinarische Welten miteinander verbindet.