Bitterwürze aus der Karibik
Einführung
Die Cascarilla-Rinde ist ein aromatisches Bittergewürz, das vom Strauch Croton eluteria stammt. Dieser gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) und wächst vor allem auf den Bahamas und in der Karibik. Die getrocknete Rinde besitzt ein unverwechselbares würzig-bitteres Aroma mit Noten von Zimt, Nelke und Muskat und wird seit Jahrhunderten sowohl kulinarisch als auch medizinisch genutzt.
Besonders bekannt wurde Cascarilla durch ihre Verwendung in Bitterlikören und Aperitifs – darunter Campari und Vermouth.
Herkunft und Geschichte
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Ursprung: Westindische Inseln (vor allem Bahamas, Kuba, Jamaika).
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Traditionelle Nutzung: Von der lokalen Bevölkerung als Tee, Stärkungsmittel und Heilmittel gegen Fieber und Magenbeschwerden eingesetzt.
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Kolonialzeit: Europäische Händler führten die Rinde im 17./18. Jahrhundert in die Arzneibücher ein.
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Heute: Hauptsächlich in der Getränke- und Pharmaindustrie von Bedeutung.
Pflanze und Gewinnung
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Strauch: Croton eluteria, 2–6 m hoch, mit graubrauner Rinde.
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Blätter: elliptisch, grün, oft mit feinen Drüsenhaaren.
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Blüten: klein, unscheinbar, gelblich.
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Rinde: dünn, grau bis rötlichbraun, mit aromatischem Duft.
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Gewinnung: Die Rinde wird geschält, getrocknet und als ganze Stücke oder Pulver verwendet.
Aroma und Geschmack
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Geschmack: intensiv bitter, aromatisch, leicht süßlich-harzig.
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Aroma: erinnert an eine Mischung aus Zimt, Muskat und Nelken, mit einer dezent rauchigen Note.
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Hauptinhaltsstoffe: ätherische Öle (bis 3 %), darunter Limonen, Pinen, Eugenol; außerdem Bitterstoffe und Harze.
Verwendung in der Küche
Getränkeindustrie
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Bitterliköre: Bestandteil in Campari, Vermouth, Kräuterbittern.
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Aperitifs: sorgt für bitter-würzige Grundnote.
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Spirituosen: verfeinert Gin, Rum und exotische Likörmischungen.
Kulinarische Nutzung
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In der Karibik als Teeaufguss zur Verdauungsförderung.
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In kleinen Mengen als Bittergewürz für Fleischgerichte und Eintöpfe.
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Bestandteil von Gewürzmischungen in der traditionellen Küche der Bahamas.
Gesundheitliche Aspekte
Inhaltsstoffe
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Ätherische Öle: Limonen, Pinen, Eugenol.
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Bitterstoffe und Gerbstoffe.
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Harze: tragen zum intensiven Aroma bei.
Wirkungen (traditionell)
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Verdauungsfördernd: regt Speichel- und Magensaftproduktion an.
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Appetitanregend: als Bittermittel vor Mahlzeiten.
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Fiebersenkend: in der Volksmedizin bei Malaria und Erkältungen eingesetzt.
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Stärkend: als Tonikum zur Kräftigung.
Moderne Bewertung
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Sicher in geringen Mengen (z. B. in Likören).
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Hochdosierte Anwendungen in der Volksmedizin heute nur eingeschränkt empfohlen, da wissenschaftliche Studien fehlen.
Aufbewahrung
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Getrocknete Rinde: kühl, trocken, lichtgeschützt – mehrere Jahre haltbar.
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Pulver: verliert schneller Aroma, daher am besten frisch mahlen.
Unterschiede zu ähnlichen Gewürzrinden
Fazit
Die Cascarilla-Rinde ist ein traditionsreiches Bittergewürz aus der Karibik, das in Europa vor allem durch seine Verwendung in Campari, Vermouth und Bitterspirituosen bekannt wurde. Mit ihrem einzigartigen Aroma zwischen Zimt, Muskat und Nelke verleiht sie Getränken und Speisen eine charakteristische Tiefe.
Darüber hinaus ist sie seit Jahrhunderten ein Heilmittel in der Volksmedizin, das als Tee oder Tonikum bei Verdauungsbeschwerden und Fieber eingesetzt wurde. Heute gilt Cascarilla als kulinarische Rarität, die besonders in der Getränkewelt einen festen Platz gefunden hat.