Würzige Tradition aus Nordamerika
Einführung
Die Sassafras-Rinde stammt vom Sassafras-Baum (Sassafras albidum), der zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae) gehört. Vor allem die Wurzel- und Stammrinde wurden seit Jahrhunderten von den indigenen Völkern Nordamerikas genutzt – sowohl als Heilmittel als auch als Gewürz.
Das Aroma ist würzig, süßlich, mit Noten von Vanille und Zitrone, was Sassafras zu einem wichtigen Bestandteil traditioneller Gerichte der Südstaatenküche machte, insbesondere in Gumbo.
Herkunft und Geschichte
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Ursprung: östliches Nordamerika (USA, Kanada).
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Indigene Nutzung: Tee aus der Rinde und den Wurzeln als Heilmittel gegen Fieber, Durchfall, Hautkrankheiten.
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Kolonialzeit: von europäischen Siedlern übernommen; Sassafras wurde eines der ersten exportierten Naturprodukte aus Nordamerika nach Europa.
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19. Jahrhundert: Hauptaromastoff Safrol wurde zur Herstellung von Root Beer und Süßwaren genutzt.
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Heute: Verwendung von Safrol ist in vielen Ländern reglementiert, da es in hohen Dosen gesundheitsschädlich sein kann.
Pflanze und Gewinnung
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Art: Sassafras albidum.
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Wuchs: sommergrüner Baum, 10–20 m hoch.
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Blätter: dreilappig, oft mit charakteristischer „Handform“.
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Blüten: gelblich-grün.
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Früchte: schwarze Beeren mit blauem Überzug.
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Rinde: aromatisch, aus Stamm, Zweigen oder Wurzeln gewonnen, traditionell getrocknet und als Tee oder Gewürz genutzt.
Aroma und Geschmack
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Geschmack: süßlich-würzig, leicht holzig, mit Vanille-, Zitrus- und Anisnoten.
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Hauptaromastoffe: Safrol, Eugenol und ätherische Öle.
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Besonderheit: Safrol verleiht den charakteristischen Root-Beer-Geschmack.
Verwendung in der Küche
Traditionelle Küche
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Tee: Sassafras-Tee war ein verbreitetes Getränk in Nordamerika.
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Suppe & Eintöpfe: In der Cajun- und Kreolischen Küche wird das getrocknete, gemahlene Blatt als Filé-Pulver verwendet, um Gumbo zu binden und zu würzen.
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Getränke: Grundlage für das ursprüngliche Root Beer in den USA.
Moderne Nutzung
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Safrolhaltige Produkte sind heute weitgehend verboten.
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Sassafras-Blätter (nicht die Rinde) werden weiterhin als Filé-Pulver verwendet.
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Aroma wird teils durch Safrol-freie Extrakte ersetzt.
Gesundheitliche Aspekte
Inhaltsstoffe
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Ätherische Öle: Safrol, Eugenol, Campher.
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Gerbstoffe und Bitterstoffe.
Traditionelle Wirkungen
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Verdauungsfördernd.
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Blutreinigend (Volksmedizin).
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Appetitanregend.
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Antiseptisch.
Risiken
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Safrol: in Tierversuchen krebserregend, kann Leber schädigen.
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Daher ist die Verwendung der Rinde oder safrolhaltiger Öle in Lebensmitteln in den USA, EU und vielen anderen Ländern verboten.
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Filé-Pulver aus Blättern ist hingegen unbedenklich und weit verbreitet.
Aufbewahrung
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Getrocknete Rinde: kühl, trocken, luftdicht – verliert aber nach einiger Zeit Aroma.
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Blattpulver (Filé): dunkel lagern, innerhalb von 1–2 Jahren verbrauchen.
Unterschiede zu anderen Gewürzrinden
Fazit
Die Sassafras-Rinde war lange Zeit ein wichtiger Bestandteil nordamerikanischer Kultur – als Heilmittel, Tee und Aromageber für Getränke und Gerichte. Ihr charakteristisches Aroma prägte vor allem das ursprüngliche Root Beer und die kreolische Küche.
Heute ist die Verwendung der Rinde aufgrund des Safrolgehalts stark eingeschränkt, während die Blätter weiterhin als Filé-Pulver für Gumbo eine unverzichtbare kulinarische Rolle spielen.
Sassafras bleibt damit ein kulturell und historisch bedeutsames Gewürz, das die Entwicklung der nordamerikanischen Küche maßgeblich beeinflusst hat.