Die edle Gewürzrinde mit süß-würzigem Aroma

Einführung

Zimt gehört zu den ältesten und beliebtesten Gewürzen der Welt. Es wird aus der getrockneten Rinde von Zimtbäumen der Gattung Cinnamomum gewonnen und besticht durch sein süßlich-warmes, aromatisches Aroma. Zimt ist ein unverzichtbarer Bestandteil von Backwaren, Süßspeisen, Getränken, aber auch herzhaften Gerichten und spielt darüber hinaus eine wichtige Rolle in der traditionellen Medizin.

Es gibt zwei Hauptarten:

  • Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum) – auch „echter Zimt“ genannt, fein, süßlich, edel.

  • Kassia-Zimt (Cinnamomum cassia) – kräftiger, herber, in Europa weit verbreitet.


Herkunft und Geschichte

  • Ursprung: Sri Lanka und Südindien (Ceylon-Zimt), Südchina und Indonesien (Kassia-Zimt).

  • Antike: Bereits im alten Ägypten als Räucherwerk, Heilmittel und Einbalsamierungsmittel genutzt.

  • Handel: Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war Zimt eines der wertvollsten Gewürze; er galt als Luxusgut.

  • Neuzeit: Portugiesen, Holländer und Briten kämpften um das Zimt-Monopol.

  • Heute: Hauptanbaugebiete sind Sri Lanka, Indonesien, Vietnam, China und Madagaskar.


Pflanze und Gewinnung

  • Zimtbäume: immergrüne Bäume oder Sträucher, 10–15 m hoch.

  • Rinde: von jungen Zweigen geschält, die inneren Schichten trocknen ein und rollen sich zu den typischen Zimtstangen auf.

  • Formen im Handel:

    • Zimtstangen (Ceylon fein geschichtet, Kassia dick und grob)

    • Zimtstücke (gebrochene Rinde)

    • Gemahlenes Zimtpulver


Arten und Unterschiede

Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum)

  • Aussehen: dünne, feine Schichten, die wie eine Zigarre gerollt sind.

  • Farbe: hellbraun, goldbraun.

  • Geschmack: mild, süßlich, edel, komplex.

  • Cumaringehalt: sehr gering – gesundheitlich unbedenklicher.

  • Herkunft: Sri Lanka, Madagaskar.

Kassia-Zimt (Cinnamomum cassia)

  • Aussehen: dicke, harte, grobe Rindenstücke, nur eine Lage.

  • Farbe: dunkelbraun, rötlich-braun.

  • Geschmack: kräftig, scharf-würzig, herber.

  • Cumaringehalt: deutlich höher – kann bei übermäßigem Konsum die Leber belasten.

  • Herkunft: China, Indonesien, Vietnam.


Geschmack und Aroma

  • Charakter: warm, süß, leicht scharf, mit würziger Tiefe.

  • Hauptaromastoff: Zimtaldehyd (bis zu 60–80 % im ätherischen Öl).

  • Weitere Bestandteile: Eugenol, Cumarin (v. a. in Kassia).


Verwendung in der Küche

Süßspeisen

  • Milchreis, Apfelkuchen, Zimtschnecken, Kekse, Lebkuchen.

  • Weihnachtsgebäck und -getränke (Glühwein, Punsch).

Herzhafte Gerichte

  • Orientalische und indische Küche: Currys, Lamm- und Geflügelgerichte.

  • Mexikanische Mole-Saucen.

  • Marokkanische Tajines.

Getränke

  • Chai-Tee, Kaffee, heiße Schokolade.

  • Liköre (z. B. Zimtlikör, Glögg).

Tipp: Zimtstangen entfalten ihr Aroma besonders in Flüssigkeiten und können mitgekocht und anschließend entfernt werden.


Gesundheitliche Aspekte

Inhaltsstoffe

  • Ätherisches Öl: 0,5–2,5 % (vor allem Zimtaldehyd).

  • Gerbstoffe und Harze.

  • Mineralstoffe: Calcium, Kalium, Mangan.

Wirkungen

  • Verdauungsfördernd: regt Speichel- und Magensaftproduktion an.

  • Blutzuckersenkend: in Studien wurde ein positiver Effekt bei Diabetes Typ 2 beobachtet.

  • Antimikrobiell: wirkt gegen Bakterien und Pilze.

  • Wärmend & durchblutungsfördernd: traditionell bei Erkältungen und Kreislaufproblemen.

  • Antioxidativ: schützt Zellen vor freien Radikalen.

Vorsicht

  • Kassia-Zimt: hoher Cumaringehalt kann bei übermäßigem Konsum die Leber schädigen.

  • Empfehlung: Für häufige Verwendung lieber Ceylon-Zimt wählen.


Aufbewahrung

  • Stangen: kühl, trocken, dunkel – mehrere Jahre haltbar.

  • Pulver: verliert schneller Aroma, innerhalb von 6–12 Monaten verbrauchen.

  • Tipp: Kleine Mengen kaufen und frisch verwenden.


Kulturelle Bedeutung

  • Symbolik: Zimt galt in vielen Kulturen als Symbol für Wohlstand, Reinheit und göttliche Kraft.

  • Heilkunde: Ayurveda, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und europäische Klostermedizin schätzen Zimt seit Jahrhunderten.

  • Handelsgeschichte: Zimt war ein Auslöser für die europäische Expansion und Kolonialgeschichte.


Fazit

Zimt ist eine der edelsten Gewürzrinden mit einer Jahrtausende alten Tradition in Küche, Medizin und Kulturgeschichte. Während Ceylon-Zimt für seine feine Süße und milde Würze geschätzt wird, überzeugt Kassia-Zimt durch kräftiges, herbes Aroma. Beide Varianten verleihen Gerichten von süß bis herzhaft eine unverwechselbare Note.

Zimt verbindet Genuss, Gesundheit und Geschichte – und ist bis heute ein fester Bestandteil globaler Esskultur.