🍃 Stevia – Die süße Pflanze ohne Kalorien

Herkunft und Botanik

Stevia (botanisch: Stevia rebaudiana) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und stammt ursprünglich aus Paraguay und Brasilien. Dort wurde sie von den indigenen Völkern – insbesondere den Guaraní – seit Jahrhunderten als Süßungsmittel und Heilpflanze verwendet.

Die Pflanze ist ein mehrjähriger, krautiger Strauch, der bis zu 80 cm hoch wird. Sie hat lanzettliche, grüne Blätter und kleine weiße Blüten. Die Süße steckt vor allem in den Blättern, die getrocknet oder extrahiert werden.

Inhaltsstoffe und Süßkraft

Die Süße von Stevia stammt von sogenannten Steviolglykosiden, insbesondere:

  • Steviosid

  • Rebaudiosid A

  • Dulcosid A

Diese Stoffe sind:

  • 300–450 Mal süßer als Zucker

  • Kalorienfrei

  • Zahnfreundlich

  • Nicht blutzuckersteigernd (geeignet für Diabetiker)

Stevia ist thermostabil, d. h. es kann auch zum Kochen und Backen verwendet werden – allerdings mit Einschränkungen beim Volumen und Geschmack.

Gesundheitliche Vorteile

Stevia bietet eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen:

✅ Vorteile

  • Zuckerersatz für Diabetiker: Kein Einfluss auf den Blutzuckerspiegel

  • Kalorienfrei: Ideal für Diäten und Gewichtsmanagement

  • Zahnfreundlich: Keine Kariesbildung

  • Blutdrucksenkend (in einigen Studien beobachtet)

  • Antioxidativ und entzündungshemmend (in der traditionellen Medizin)

⚠️ Mögliche Nachteile

  • Geschmack: Manche Menschen empfinden einen lakritzartigen oder bitteren Nachgeschmack

  • Verträglichkeit: In sehr hohen Dosen können Verdauungsbeschwerden auftreten

  • Verarbeitung: Industriell hergestellte Stevia-Produkte enthalten oft Zusatzstoffe

Verwendung in der Küche

Stevia kann in verschiedenen Formen verwendet werden:

  • Frische oder getrocknete Blätter: Für Tees oder als Süßkraut

  • Pulver: Aus den Blättern oder als Extrakt

  • Flüssigextrakt: Hochkonzentriert, tropfenweise dosierbar

  • Tabletten: Für Kaffee oder Tee

  • Backmischungen mit Stevia: Oft kombiniert mit Erythrit oder anderen Zuckeralkoholen

Tipp: Beim Backen muss das fehlende Volumen von Zucker durch andere Zutaten (z. B. Apfelmus, Joghurt, Mehl) ausgeglichen werden.

Anbau und Pflege

Stevia lässt sich auch in Mitteleuropa kultivieren – meist als einjährige Pflanze:

  • Standort: Sonnig, warm, windgeschützt

  • Boden: Locker, humusreich, gut durchlässig

  • Pflege: Regelmäßig gießen, Staunässe vermeiden

  • Ernte: Vor der Blüte – dann ist der Süßstoffgehalt am höchsten

Im Herbst kann man die Blätter trocknen und für Tee oder Süßungen verwenden.

Zulassung und Sicherheit

Stevia war lange Zeit umstritten, ist aber heute in vielen Ländern zugelassen:

  • In der EU seit 2011 (nur die gereinigten Steviolglykoside, nicht die ganze Pflanze)

  • In den USA als „Generally Recognized As Safe“ (GRAS)

  • Die ADI (Acceptable Daily Intake) liegt bei 4 mg/kg Körpergewicht (bezogen auf Steviolglykoside)

Die ganze Pflanze ist in der EU nicht als Lebensmittel zugelassen, darf aber als Zier- oder Teepflanze verkauft werden.


Fazit

Stevia ist ein natürlicher, kalorienfreier Süßstoff, der eine gesunde Alternative zu Zucker darstellt – besonders für Diabetiker, Menschen mit Übergewicht oder alle, die bewusst süßen möchten. Trotz kleiner geschmacklicher Eigenheiten bietet Stevia viele Vorteile und ist ein spannendes Beispiel für die Kraft der Pflanzenwelt.