Oregano (Origanum vulgare agg.) – der ausführliche Ratgeber
Kurzprofil
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Deutsche Namen: Oregano, Dost, Wilder Majoran
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Botanik: Lippenblütler (Lamiaceae); nah verwandt mit Majoran (Origanum majorana)
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Wuchs: Mehrjährig, 30–70 cm hoch (je nach Sorte), buschig, oft ausläuferbildend
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Blüte: Weiß bis rosa/violett (Juni–September), sehr bienenfreundlich
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Aroma: Kräftig-würzig, warm, carvacrol-/thymolbetont, deutlich intensiver als Majoran
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Küche: Pizza, Tomatensaucen, mediterrane & griechische Küche, Grillen
Erkennen & Abgrenzung
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Blätter: Eiförmig bis rundlich, leicht behaart, aromatisch beim Zerreiben.
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Stängel: Vierkantig, oft rötlich.
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Blütenstände: Rispen mit vielen kleinen Lippenblüten; Hüllblätter teils farbig.
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Verwechslungen & Begriffe:
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Majoran (O. majorana) ist milder, süßer – in Rezepten nicht 1:1 gleich.
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Griechischer Oregano (O. vulgare subsp. hirtum) ist besonders aromastark.
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„Syrischer Oregano“ / Za’atar (O. syriacum) gehört ebenfalls zur Gattung, schmeckt aber etwas anders.
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„Mexikanischer Oregano“ ist keine Origanum-Art, sondern meist Lippia graveolens (Verbenaceae): zitroniger, pfeffriger – nicht verwechseln.
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Inhaltsstoffe & Sicherheit (Kurzüberblick)
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Ätherisches Öl: v. a. Carvacrol und Thymol (je nach Sorte/Standort unterschiedlich), dazu p-Cymen, γ-Terpinen u. a.
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Weitere Stoffe: Gerb- und Bitterstoffe, Rosmarinsäure, Flavonoide.
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Hinweis: Ätherisches Oregano-Öl ist sehr konzentriert und kann haut-/schleimhautreizend wirken. In der Küche sind normale Krautmengen unbedenklich. Für medizinische Anwendungen gilt: nur stark verdünnt und fachkundig; in Schwangerschaft/Stillzeit und bei Kindern mit besonderer Vorsicht. (Kein Ersatz für ärztlichen Rat.)
Standort & Boden
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Licht: Vollsonnig bis sonnig-warm – Sonne macht Aroma.
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Boden: Durchlässig, gern kalkhaltig, eher mager; Staunässe vermeiden.
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Topf/Kübel: 5–10 l Volumen, Kräutersubstrat mit Sand/Perlit (20–30 %), kräftige Drainageschicht.
Pflanzung & Vermehrung
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Aussaat: Ab März auf Fensterbank (18–22 °C). Lichtkeimer: Saat nur andrücken, nicht bedecken; Keimung 10–20 Tage. Auspflanzen ab Mitte Mai.
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Teilung: Im Frühjahr sehr einfach – ältere Horste ausstechen, teilen, neu setzen.
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Stecklinge: Unverholzte Triebspitzen (6–8 cm) in sandiges Substrat; wurzeln schnell.
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Abstand: 30–40 cm im Beet; bei stark wachsenden Sorten etwas mehr.
Pflege im Jahreslauf
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Gießen: Mäßig – lieber kurz trocken als dauerhaft nass. Töpfe zwischen den Gaben gut abtrocknen lassen.
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Düngen: Sparsam! 1× im Frühjahr eine dünne Kompostgabe oder organischer Langzeitdünger genügt; zu viel Stickstoff verwässert das Aroma.
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Schnitt:
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Laufend entspitzen/ernten → buschiger Wuchs.
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Blühendes nach dem Flor zurückschneiden; im zeitigen Frühjahr Formschnitt bis knapp über junge Austriebe.
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Überwinterung: Im Beet meist gut winterhart (je nach Sorte). In nassen Wintern Drainage/Wetterschutz wichtig. Kübel frostgeschützt an die Hauswand, Topf isolieren.
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Krankheiten/Schädlinge: Selten problematisch. Bei Nässe: Wurzelfäulen/Pilze. Gelegentlich Blattläuse/Spinnmilben – mit Wasserstrahl abspülen, Standort prüfen.
Ernte, Trocknung & Vorrat
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Beste Erntezeit: Kurz vor der Blüte (höchster Ölgehalt) oder zu Beginn der Blüte. Vormittags schneiden, wenn der Tau ab ist.
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Wie: Ganze Triebspitzen (10–15 cm) mit Schere.
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Trocknen: In kleinen Bündeln schattig/luftig – Oregano trocknet hervorragend und behält viel Aroma. Blätter danach abstreifen, dunkel/luftdicht lagern.
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Einfrieren: Gehackt, in Eiswürfelformen mit wenig Wasser/Öl; sehr aromatreu.
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Weitere Konservierung: Kräutersalze, Gewürzessige; bei Kräuteröl Hygiene & Kühlung beachten und rasch verbrauchen.
In der Küche – so schmeckt Oregano
Profil: Deutlich, warm-würzig, leicht scharf – hitze- und kochstabil (anders als z. B. Zitronenmelisse).
Passt besonders zu:
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Tomate (Saucen, Pizza, Ofentomaten)
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Grill & Ofen: Gemüse, Lamm, Schwein, Geflügel, Hackgerichte
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Bohnen & Linsen, Paprika, Zucchini, Pilze, Kartoffeln
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Käse & Backen: Feta, Mozzarella, Focaccia, Kräuterbrote
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Kombis: Thymian, Rosmarin, Basilikum, Knoblauch, Chili, Zitrone
5 bewährte Rezeptideen
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Tomatensugo (Basis): Zwiebel/Knoblauch in Olivenöl anschwitzen, Tomaten (passiert oder gewürfelt), Salz, Pfeffer, 1–2 TL Oregano (getrocknet), 20–30 Min. leise köcheln. Mit Zucker/Zitrone ausbalancieren.
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Pizza-Sauce schnell: Passierte Tomaten + 1 TL Oregano + ½ TL Basilikum + Prise Zucker + Salz + Pfeffer + Schuss Olivenöl – nicht kochen, direkt auf den Teig.
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Marinade mediterran: Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch, Oregano, Thymian, Chili, Salz, Pfeffer – für Grillgemüse, Hähnchen, Halloumi.
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Ofenkartoffeln mit Oregano & Zitrone: Wedges mit Olivenöl, Oregano, Zitronenabrieb, Salz, Pfeffer; 35–40 Min. rösten, mit Zitronensaft und Feta servieren.
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Bohnen-Salat griechisch: Weiße Bohnen, rote Zwiebel, Tomate, Gurke, Oliven, Feta; Dressing aus Olivenöl, Rotweinessig, Oregano, Zitronensaft, Knoblauch.
Austausch-Tipp: Majoran ist milder/süßer. Ersetze Oregano durch Majoran in sanften Gerichten (Kartoffelsuppe); umgekehrt Oregano statt Majoran nur sparsam (½–⅔ der Menge).
Traditionelle Anwendungen (Hinweischarakter)
Oregano gilt in der Kräuterkunde als karminativ (verdauungsfreundlich) und würzend-wärmend.
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Genuss-Tee: 1 TL getrocknetes Kraut auf 250 ml heißes Wasser, abgedeckt 5–7 Min. ziehen – als Aromatee.
Diese Angaben sind traditionell überliefert und ersetzen keine medizinische Beratung.
Sorten & Formen (Auswahl)
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Griechischer Oregano (O. vulgare subsp. hirtum) – sehr aromatisch, „Pizzakraut“ par excellence.
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‘Hot & Spicy’ – pfeffriger, intensiver.
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‘Compactum’ – kompakt, für Töpfe/Beetränder.
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‘Aureum’ / ‘Golden Oregano’ – gelbgrünes Laub (zierlich, milder).
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‘Country Cream’ – creme-panaschiert, eher Zierwert.
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Zier-Oregano (z. B. ‘Kirigami’): spektakuläre Hochblätter, dekorativ, kulinarisch weniger fokusiert.
Za’atar-Hinweis: In Nahostmischungen wird häufig O. syriacum (Syrischer Oregano) genutzt – nahe verwandt, mit eigener Note.
Ökologie & Gartenpraxis
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Bienenmagnet: Nektarreicher Dauerblüher – ideal für Naturgärten, Dachgärten, Trockenbeete.
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Gute Nachbarschaft: Passt zu Thymian, Salbei, Rosmarin, Lavendel; im Gemüsebeet zu Tomaten, Zucchini, Paprika (luftig stellen).
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Begrenzung: Starke Typen können sich ausbreiten – mit Wurzelsperre oder regelmäßigem Stechen kontrollieren.
Jahreskalender (Mitteleuropa)
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Feb–März: Vorkultur (Lichtkeimer).
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April: Teilung älterer Horste; Töpfe neu topfen.
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Mai: Nach den Frösten auspflanzen; sonniger, trockener Platz.
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Juni–August: Laufend ernten; vor/zu Beginn der Blüte Hauptschnitt zum Trocknen.
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September: Nachblüte einkürzen; Stecklinge/Teilung möglich.
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Winter: Beet: Drainage/Wurzelschutz in nassen Lagen; Topf: frostgeschützt, mäßig feucht.