Speckkäfer – ein gefürchteter Vorrats- und Materialschädling

Der Speckkäfer gehört zur Familie der Dermestidae (Hautkäfer) und ist weltweit verbreitet. Verschiedene Arten, wie der Gemeine Speckkäfer (Dermestes lardarius), zählen zu den bekanntesten Schädlingen in Haushalten, Museen und der Lebensmittelverarbeitung. Sie befallen nicht nur Vorräte, sondern auch tierische Produkte und Materialien.


Merkmale und AussehenGemeiner Speckkäfer | Umweltbundesamt

  • Größe: 7–9 mm (je nach Art)

  • Farbe: dunkelbraun bis schwarz, beim Gemeinen Speckkäfer mit gelblich-weißem Querband über den Vorderflügeldecken

  • Körperform: länglich-oval, stark behaart

  • Larven: braun, dicht behaart, bis 12 mm lang, mit auffälligen Borstenbüscheln am Hinterende

  • Besonderheit: Larven sind die Hauptschädiger, während Käfer eher wandernd auf Futtersuche sind.


Lebensweise und Entwicklung

  • Eiablage: Weibchen legen bis zu 200 Eier in geeignete Nahrungsquellen.

  • Larvenstadium: Larven ernähren sich von tierischem Material und verursachen den größten Schaden.

  • Puppenstadium: Verpuppung erfolgt oft versteckt in Ritzen, Holz oder Verpackungen.

  • Entwicklungsdauer: 1–3 Monate, abhängig von Temperatur und Nahrung.

  • Lebensdauer: Käfer können mehrere Wochen bis Monate überleben.


Befallsprodukte

Speckkäfer befallen überwiegend tierische Produkte wie:

  • Trockenfleisch, Speck, Wurstwaren

  • Käse

  • Häute, Felle, Leder

  • Federn, Wolle, Pelze

  • Insektenpräparate und Tierpräparate (Museen)

In Wohnungen treten sie manchmal auch in Nestern von Vögeln oder Mäusen auf und wandern von dort in Küchen und Vorratsschränke.


Schäden

  • In Vorräten: Fraßschäden an Trockenfleisch, Käse und ähnlichen Produkten.

  • In Museen: Vernichtung wertvoller Tierpräparate, Pelze und Sammlungen.

  • Im Haushalt: Zerstörung von Wolle, Fellen und Leder.

  • Verunreinigung: Kot, Larvenhäute und Haare machen Lebensmittel unbrauchbar.


Bekämpfung & Vorbeugung

  • Hygiene: Lebensmittelreste vermeiden, Schränke regelmäßig reinigen.

  • Lagerung: Tierische Produkte kühl, trocken und luftdicht lagern.

  • Quelle suchen: Befallene Vorräte oder Tiernester in der Nähe beseitigen.

  • Kälte/Hitze:

    • Tiefkühlen bei –18 °C für 1–2 Wochen

    • Erhitzen über 55 °C für mindestens 1 Stunde

  • Professionelle Methoden: In Museen oder bei starkem Befall → Schädlingsbekämpfer mit gezielten Verfahren (z. B. Begasung, Stickstoff- oder CO₂-Behandlung).


Fazit

Der Speckkäfer ist nicht nur ein Vorratsschädling, sondern auch ein ernstzunehmender Materialschädling. Besonders Museen, Lebensmittelbetriebe und Haushalte mit tierischen Vorräten sind gefährdet.

Mit konsequenter Hygiene, richtiger Lagerung und frühzeitiger Erkennung lässt sich ein Befall vermeiden oder eindämmen.


Art (wissenschaftlich)Deutscher NameGrößeFarbe / MerkmaleTypische BefallsprodukteBesonderheiten
Dermestes lardariusGemeiner Speckkäfer7–9 mmDunkelbraun-schwarz, gelbliches Querband auf den FlügeldeckenSpeck, Trockenfleisch, Käse, Leder, FelleHäufigster Vertreter in Haushalten
Dermestes maculatusPelzspeckkäfer6–10 mmSchwarz mit weißlichen Flecken, Hinterleib frei sichtbarPelze, Felle, Wolle, TierpräparateSehr gefürchtet in Museen
Dermestes frischiiMuseumsspeckkäfer6–11 mmSchwarzbraun, Flügeldecken mit helleren FleckenPräparate, Pelze, SammlungsobjekteHäufiger Schädling in naturkundlichen Sammlungen
Dermestes haemorrhoidalisRotbeiniger Speckkäfer7–9 mmSchwarzbraun, rote Beine, dicht behaartTrockenfleisch, Felle, LederWird leicht mit anderen Arten verwechselt
Trogoderma granariumKhaprakäfer1,5–3 mmKlein, braun, stark behaartGetreide, Mehl, SamenQuarantäneschädling, extrem widerstandsfähig
Anthrenus verbasci (verwandt)Wollkrautblütenkäfer2–4 mmRundlich, bunt geschecktWolle, Pelze, Teppiche, InsektenpräparateBesonders in Wohnungen verbreitet