Tabakkäfer – Ein kleiner Käfer mit großer Wirkung
Der Tabakkäfer (Lasioderma serricorne), auch Zigarettenkäfer genannt, gehört zu den bedeutendsten Vorratsschädlingen weltweit. Obwohl er ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen stammt, hat er sich durch den globalen Handel überall verbreitet. Besonders gefürchtet ist er in der Tabakindustrie, doch auch in Haushalten befällt er viele trockene Lebensmittel.
Merkmale und Aussehen
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Größe: 2–3 mm
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Farbe: rötlich-braun, mit leicht behaarter Oberfläche
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Form: oval, gedrungen, flugfähig
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Larven: weißlich, gebogen, ca. 4 mm lang
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Verwechslungsgefahr: leicht zu verwechseln mit dem Brot- oder Drogenkäfer, unterscheidet sich jedoch in den feinen Strukturen der Fühler
Lebenszyklus
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Eiablage: Weibchen legen bis zu 100 Eier in oder nahe geeigneten Lebensmitteln ab.
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Larvenstadium: Die Larven fressen sich durch Vorräte und verursachen den größten Schaden.

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Puppenstadium: Verpuppung in einem selbstgebauten Kokon aus Nahrungsresten.
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Entwicklung: Vom Ei zum Käfer dauert es je nach Temperatur 6–20 Wochen.
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Klimabedingungen: Optimale Entwicklung bei 25–30 °C und hoher Luftfeuchtigkeit.
Befallslebensmittel
Der Tabakkäfer ist nicht wählerisch und befällt neben Tabakprodukten auch eine Vielzahl anderer trockener Lebensmittel:
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Tabak: Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak
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Gewürze: Pfeffer, Paprika, Muskat, Chili
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Tee und Kräuter
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Kakao und Schokolade
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Getreideprodukte und Nudeln

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Trockenobst, Nüsse und Samen
Besonders gefährlich ist, dass er sich durch Verpackungen wie Papier, Karton und sogar dünne Folien hindurchbohren kann.
Schäden und Gefahren
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Wirtschaftlicher Schaden: enorm in Tabakindustrie, Gewürz- und Lebensmittelhandel.
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Verunreinigung: durch Fraßgänge, Kot, Häutungsreste und tote Tiere.
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Gesundheitlich: keine direkte Krankheitsübertragung, aber Lebensmittel werden ungenießbar und können Allergien auslösen.
Vorbeugung
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Saubere Lagerung: Vorratsschränke regelmäßig reinigen.
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Luftdichte Behälter: Lebensmittel in Glas oder Metall aufbewahren.
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Kontrolle: Vorräte regelmäßig prüfen, besonders selten genutzte.
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Vorratsrotation: Ältere Produkte zuerst verbrauchen.
Bekämpfung
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Befallene Lebensmittel sofort entsorgen (verschlossen und außer Haus).

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Reinigen: Schränke gründlich aussaugen und mit Essigwasser auswischen.
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Hitze: 60 °C für mindestens 1 Stunde tötet alle Entwicklungsstadien.
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Kälte: Tiefkühlen bei –18 °C für mindestens 3–4 Tage.
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Pheromonfallen: helfen, Käfer zu überwachen und Restpopulationen zu entdecken.
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Hartnäckiger Befall: Schädlingsbekämpfer einschalten.