Die Orientalische Schabe – ein widerstandsfähiger Hygieneschädling

Die Orientalische Schabe (Blatta orientalis), auch als „Küchenschabe“ oder „Gemeine Küchenschabe“ bezeichnet, ist einer der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Schädlinge in Haushalten, Gastronomiebetrieben und Lebensmittelindustrien. Im Gegensatz zur Deutschen Schabe bevorzugt sie kühlere und feuchtere Lebensräume.


Merkmale und Aussehen

  • Größe: 20–30 mm lang

  • Farbe: dunkelbraun bis schwarz glänzend

  • Körperform: oval, relativ flach

  • Flügel:

    • Männchen: Flügel kürzer als der Körper, flugunfähig

    • Weibchen: stark verkürzte Flügelstummel

  • Larven (Nymphen): rotbraun bis schwarz, kleiner und ohne Flügel


Lebensweise und Verhalten

  • Aktivitätszeit: überwiegend nachtaktiv

  • Lebensraum: bevorzugt kühle, feuchte Orte wie Keller, Abflüsse, Abwasserkanäle, Vorratsräume und Müllbereiche

  • Nahrung: Allesfresser, besonders Abfälle, verdorbene Lebensmittel, aber auch Papier oder organische Reste

  • Fortbewegung: schnelle Läufer, ausgezeichnete Kletterer


Entwicklung und Lebenszyklus

  • Ei/Oothek: Weibchen legen Eipakete mit bis zu 16 Eiern ab, meist in dunklen, feuchten Verstecken.

  • Nymphen: schlüpfen nach 1–2 Monaten, durchlaufen 7–10 Häutungen.

  • Adulte Tiere: Lebenserwartung 6 Monate bis über 1 Jahr.

Die Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Tier kann je nach Temperatur 6–12 Monate dauern, also langsamer als bei der Deutschen Schabe.


Schäden und Risiken

  • Lebensmittelverderb: Vorräte werden durch Kot, Speichel und Häutungsreste unbrauchbar.

  • Gesundheitsgefahr: Übertragung von Bakterien, Viren, Schimmelpilzen und Parasiten (z. B. Salmonellen).

  • Allergien: Schabenbestandteile können Asthma und allergische Reaktionen auslösen.

  • Hygienische Belastung: In Küchen und Betrieben führt ein Befall zu massiven Image- und Wirtschaftsschäden.


Anzeichen eines Befalls

  • Sichtbare Tiere, vor allem nachts oder in feuchten Bereichen

  • Schwarze Kotspuren, ähnlich Kaffeepulver

  • Häutungsreste und tote Tiere in Verstecken

  • Muffiger, süßlicher Geruch in stark befallenen Bereichen


Bekämpfung und Vorbeugung

  • Hygiene: Regelmäßige Reinigung, sofortige Entsorgung von Abfällen, keine Essensreste offen stehen lassen.

  • Lagerung: Lebensmittel luftdicht verschließen.

  • Verstecke beseitigen: Ritzen, Spalten, Abflussbereiche und Rohrdurchgänge abdichten.

  • Feuchtigkeit reduzieren: Gute Belüftung und trockene Lagerung verhindern Ansiedlungen.

  • Köder und Insektizide: Fraßköder und Gelpräparate sind wirksam.

  • Professionelle Schädlingsbekämpfung: Bei starkem Befall ist der Einsatz von Fachleuten unverzichtbar.


Fazit

Die Orientalische Schabe ist ein besonders widerstandsfähiger Hygieneschädling, der sich in feuchten und kühlen Umgebungen stark verbreiten kann. Sie verursacht nicht nur Vorratsschäden, sondern stellt auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Nur eine Kombination aus konsequenter Hygiene, baulicher Prävention und professioneller Bekämpfung kann Befälle langfristig eindämmen.