⚙️ Molybdän – Das stille Multitalent unter den Spurenelementen
Was ist Molybdän?
Molybdän (Mo) ist ein essentielles Spurenelement, das der menschliche Körper nur in sehr kleinen Mengen benötigt – aber nicht darauf verzichten kann. Es ist Bestandteil mehrerer Enzyme, die für den Abbau und die Verwertung von schwefelhaltigen Aminosäuren, Purinen und anderen Stoffwechselprodukten verantwortlich sind.
Funktionen von Molybdän im Körper
Molybdän wirkt als Kofaktor für verschiedene Enzyme, sogenannte Molybdänenzyme, die wichtige biochemische Reaktionen ermöglichen:
1. Xanthinoxidase
- Wandelt Purine (Bestandteile der DNA) in Harnsäure um.
- Wichtig für den Abbau von Nukleinsäuren.
- Überaktivität kann mit Gicht in Verbindung stehen.
2. Aldehydoxidase
- Beteiligt am Abbau von Alkohol und Medikamenten.
- Unterstützt die Entgiftung in der Leber.
3. Sulfitoxidase
- Wandelt Sulfite in Sulfate um.
- Essenziell für den Abbau schwefelhaltiger Aminosäuren (z. B. Methionin, Cystein).
- Ein Mangel kann zu neurologischen Störungen führen.
Tagesbedarf und Versorgung
Empfohlene Zufuhr (laut DGE)
- Erwachsene: ca. 50–100 µg (Mikrogramm) pro Tag
- Obergrenze (UL): ca. 2000 µg/Tag (laut EFSA)
Gute Molybdänquellen
Hinweis: Der Molybdängehalt variiert stark je nach Bodenbeschaffenheit, auf dem die Pflanzen wachsen.
Mangelerscheinungen
Ein Molybdänmangel ist beim Menschen extrem selten, da der Bedarf sehr gering ist und die Versorgung über eine normale Ernährung meist ausreichend ist.
Mögliche Ursachen für Mangel:
- Langzeitparenterale Ernährung (ohne Molybdänzusatz)
- Genetische Defekte (z. B. Sulfitoxidase-Mangel)
- Stark einseitige Ernährung
Symptome bei Mangel:
- Neurologische Störungen (z. B. Krampfanfälle)
- Entwicklungsverzögerungen (bei angeborenem Mangel)
- Sehstörungen
- Kognitive Beeinträchtigungen
Überversorgung und Toxizität
Eine Überdosierung von Molybdän über die Nahrung ist praktisch ausgeschlossen.
Nur bei extrem hoher Zufuhr (z. B. durch Nahrungsergänzungsmittel) kann es zu Nebenwirkungen kommen:
Mögliche Symptome bei Überdosierung:
- Gelenkschmerzen (ähnlich Gicht)
- Kupfermangel (Molybdän kann die Kupferaufnahme hemmen)
- Reizbarkeit, Müdigkeit
Molybdän in der Medizin und Forschung
- Mangelbehandlung: In sehr seltenen Fällen wird Molybdän als Nahrungsergänzung verabreicht.
- Forschung: Molybdänhaltige Enzyme sind Gegenstand intensiver biochemischer Forschung, insbesondere im Zusammenhang mit Entgiftungsprozessen und Stoffwechselstörungen.
- Biotechnologie: Molybdän spielt auch in der Landwirtschaft (z. B. bei stickstofffixierenden Bakterien) eine Rolle.
Fazit
Molybdän ist ein unscheinbares, aber unverzichtbares Spurenelement, das in winzigen Mengen große Wirkung entfaltet. Es unterstützt den Abbau von Purinen, Sulfiten und anderen Stoffwechselprodukten und trägt zur Entgiftung bei. Eine ausgewogene Ernährung mit Hülsenfrüchten, Vollkorn und Nüssen deckt den Bedarf problemlos. Mangel oder Überversorgung sind selten, aber in speziellen Fällen medizinisch relevant.