⚡ Zink – Das Multitalent für Immunsystem, Haut und Stoffwechsel

Was ist Zink?

Zink (Zn) ist ein essentielles Spurenelement, das der menschliche Körper nur in kleinen Mengen benötigt, aber nicht selbst herstellen oder speichern kann. Es ist Bestandteil von über 300 Enzymen und an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Zink kommt in allen Körperzellen vor, besonders in Muskeln, Knochen, Haut, Leber und Prostata.


Funktionen von Zink im Körper

1. Immunsystem

Zink ist unverzichtbar für die Entwicklung und Funktion von Immunzellen. Es unterstützt die Abwehr gegen Viren und Bakterien und hilft, Entzündungen zu regulieren.

2. Wundheilung und Hautgesundheit

Zink fördert die Zellteilung und das Wachstum neuer Zellen. Es ist wichtig für die Wundheilung, die Regeneration der Haut und wird häufig bei Akne und Hauterkrankungen eingesetzt.

3. Stoffwechsel und Enzymfunktion

Zink ist Bestandteil und Aktivator zahlreicher Enzyme, die am Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel beteiligt sind.

4. Hormonhaushalt

Zink beeinflusst die Produktion und Wirkung von Hormonen, darunter Insulin, Schilddrüsenhormone und Sexualhormone (Testosteron, Östrogen).

5. Sinnesfunktionen

Zink ist wichtig für den Geschmackssinn, Geruchssinn und das Sehvermögen.

6. DNA- und Proteinsynthese

Zink ist an der Bildung von DNA und Proteinen beteiligt und damit essenziell für Wachstum, Entwicklung und Zellteilung.


Tagesbedarf und Empfehlungen

Empfohlene Zufuhr (laut DGE)

PersonengruppeEmpfohlene Zufuhr (mg / Tag, bei mittlerer Phytataufnahme)Bemerkung / Hinweise
Säuglinge (0–4 Monate)1.5Wird durch Muttermilch gedeckt
Säuglinge (4–12 Monate)3Erhöhter Bedarf durch Wachstum und Entwicklung
Kinder (1–4 Jahre)3Unterstützt Immunsystem und Zellwachstum
Kinder (4–7 Jahre)4Wichtig für Wachstum und Abwehrkräfte
Kinder (7–10 Jahre)6Fördert Zellteilung und Hautgesundheit
Jugendliche (10–13 Jahre, männlich)9Erhöhter Bedarf in Wachstumsphase
Jugendliche (10–13 Jahre, weiblich)7Benötigt für Hormonhaushalt und Immunsystem
Jugendliche (13–19 Jahre, männlich)11Wichtig für Eiweißsynthese und Stoffwechsel
Jugendliche (13–19 Jahre, weiblich)9Erhöhter Bedarf durch Menstruation
Erwachsene (männlich)11Deckt Bedarf für Enzyme und Immunsystem
Erwachsene (weiblich)8Geringerer Bedarf, abhängig von Ernährung
Schwangere9Erhöhter Bedarf für Fötusentwicklung
Stillende11Unterstützt Regeneration und Milchbildung

Hinweis: Der Bedarf ist abhängig von der Eiweißzufuhr, da Zink an Proteine gebunden aufgenommen wird.


Zinkreiche Lebensmittel

LebensmittelKategorieZinkgehalt (mg / 100 g)Bemerkung / Nutzen
AusternMeeresfrüchte22Extrem zinkreich, Spitzenreiter unter den Lebensmitteln
CashewkerneNüsse5.6Gute Nussquelle mit Zink und Magnesium
EierTierische Produkte1.3Moderater Gehalt, ergänzt tägliche Zinkzufuhr
HaferflockenGetreideprodukte4Reich an Zink, Ballaststoffen und B-Vitaminen
HirseGetreideprodukte3.5Gute pflanzliche Quelle, glutenfrei
Käse (Emmentaler)Milchprodukte4Gute tierische Zinkquelle, leicht verfügbar
Kichererbsen (gekocht)Hülsenfrüchte2.8Reich an Eiweiß, Ballaststoffen und Zink
KürbiskerneSamen & Kerne7.5Sehr hohe Zinkkonzentration, stärkt Immunsystem
Linsen (gekocht)Hülsenfrüchte3.3Pflanzliche Zinkquelle, ballaststoffreich
MandelnNüsse3.4Lieferant für Zink, Eiweiß und ungesättigte Fettsäuren
ParanüsseNüsse4Zinkreich und selenhaltig, ideal für Immunsystem
QuinoaPseudogetreide3.2Gute pflanzliche Alternative mit Zink und Eiweiß
Rindfleisch (mager)Fleisch6Sehr gute Zinkquelle mit hoher Bioverfügbarkeit
SchweineleberInnereien6.5Hoher Zinkgehalt, jedoch nur gelegentlich konsumieren
SesamSamen & Kerne7.8Zinkreiche Samen, vielseitig einsetzbar
SojabohnenHülsenfrüchte4.9Sehr zinkreich, gute pflanzliche Alternative
SonnenblumenkerneSamen & Kerne5Enthält Zink, Vitamin E und Selen
TofuPflanzliche Produkte2.9Pflanzliche Eiweißquelle mit moderatem Zinkgehalt
VollkornbrotGetreideprodukte3.1Liefert Zink und Ballaststoffe
WalnüsseNüsse3.1Reich an Zink und Omega-3-Fettsäuren

Tipp: Zink aus tierischen Lebensmitteln wird besser aufgenommen als aus pflanzlichen Quellen, da pflanzliche Phytate die Aufnahme hemmen können.


Mangelerscheinungen

Ein Zinkmangel ist weltweit verbreitet, besonders bei einseitiger Ernährung, veganer oder vegetarischer Kost, chronischen Erkrankungen oder erhöhtem Bedarf (z. B. Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum, Sport).

Symptome eines Mangels:

  • Schwaches Immunsystem, häufige Infekte

  • Schlechte Wundheilung

  • Hautprobleme (z. B. Akne, Ekzeme)

  • Haarausfall, brüchige Nägel

  • Geschmacks- und Geruchsstörungen

  • Wachstumsverzögerungen bei Kindern

  • Konzentrationsstörungen, Müdigkeit


Überdosierung und Toxizität

Eine Überdosierung durch Nahrung ist selten, kann aber bei übermäßiger Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auftreten.

Symptome einer Überdosierung:

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

  • Kopfschmerzen

  • Kupfermangel (bei langfristig hoher Zinkzufuhr)

  • Beeinträchtigung des Immunsystems

Obergrenze (UL):

  • Erwachsene: ca. 25 mg/Tag


Zink in der Medizin und Forschung

  • Erkältungen: Zinkpräparate können die Dauer und Schwere von Erkältungen verkürzen, wenn sie frühzeitig eingenommen werden.

  • Hauterkrankungen: Zink wird äußerlich und innerlich bei Akne, Neurodermitis und Wundheilungsstörungen eingesetzt.

  • Fruchtbarkeit: Zink ist wichtig für die Spermienbildung und die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen.

  • Immunmodulation: Zink wird in der Forschung als unterstützender Faktor bei Infektionen und Autoimmunerkrankungen untersucht.


Tipps für eine zinkreiche Ernährung

  1. Regelmäßig tierische Produkte wie Fleisch, Käse und Eier essen (sofern möglich).

  2. Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte in den Speiseplan integrieren.

  3. Phytatreiche Lebensmittel (z. B. Vollkorn, Hülsenfrüchte) durch Einweichen, Keimen oder Fermentieren zubereiten, um die Zinkaufnahme zu verbessern.

  4. Bei erhöhtem Bedarf (z. B. Schwangerschaft, Sport) auf eine ausreichende Zufuhr achten.


Fazit

Zink ist ein unverzichtbares Spurenelement für Immunsystem, Haut, Stoffwechsel und viele weitere Körperfunktionen. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit tierischen und pflanzlichen Quellen deckt den Bedarf meist gut. Mangel und Überdosierung sind selten, aber in bestimmten Lebenssituationen oder bei speziellen Ernährungsformen relevant.