🌟 Selen – Der Schutzfaktor für Zellen, Schilddrüse und Immunsystem

Was ist Selen?

Selen (Se) ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper nur in sehr kleinen Mengen benötigt – aber nicht selbst herstellen kann. Es kommt in der Natur sowohl in organischer (z. B. Selenmethionin) als auch in anorganischer Form (z. B. Natriumselenit) vor. Selen ist vor allem bekannt für seine antioxidativen Eigenschaften und seine Rolle im Schilddrüsenstoffwechsel.


Funktionen von Selen im Körper

1. 🛡️ Zellschutz (Antioxidans)

Selen ist Bestandteil der Glutathionperoxidase, eines Enzyms, das freie Radikale neutralisiert und so die Zellen vor oxidativem Stress schützt.

2. 🧠 Schilddrüsenfunktion

Selen ist notwendig für die Umwandlung von Schilddrüsenhormonen (T4 → T3) und schützt die Schilddrüse vor oxidativen Schäden.

3. 🦠 Immunsystem

Selen stärkt die Abwehrkräfte und unterstützt die Funktion von Immunzellen wie T-Lymphozyten und natürlichen Killerzellen.

4. 🧬 DNA-Schutz und Zellregulation

Selenhaltige Enzyme sind an der Reparatur von DNA und der Regulation des Zellwachstums beteiligt.

5. ❤️ Herz-Kreislauf-Gesundheit

Ein ausgewogener Selenstatus kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, da es Entzündungen hemmt und die Gefäßgesundheit unterstützt.


Tagesbedarf und Empfehlungen

Empfohlene Zufuhr (laut DGE)

  • Erwachsene Männer: ca. 70 µg/Tag

  • Erwachsene Frauen: ca. 60 µg/Tag

  • Schwangere und Stillende: ca. 75 µg/Tag


Selenreiche Lebensmittel

LebensmittelSelen-Gehalt (µg/100 g)
Paranüsse103
Steinpilze (roh)187
Thunfisch (roh)82
Makrele39
Kabeljau27
Lachs30
Huhn (gegart)22
Eier20
Haferflocken10
Linsen (getrocknet)9.8
Vollkornbrot8
Brokkoli2.5
Sonnenblumenkerne53
Champignons9
Rindfleisch (mager)18

Hinweis: Der Selengehalt in pflanzlichen Lebensmitteln hängt stark vom Selengehalt des Bodens ab – in Mitteleuropa sind die Böden oft selenarm.


Mangelerscheinungen

Ein Selenmangel kann verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen:

Ursachen:

  • Selenarme Böden (z. B. in Mitteleuropa)

  • Einseitige Ernährung

  • Chronische Darmerkrankungen

  • Dialysepatienten

Symptome:

  • Schwächung des Immunsystems

  • Müdigkeit, Muskelschwäche

  • Schilddrüsenfunktionsstörungen

  • Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen

  • Herzmuskelerkrankungen (Keshan-Krankheit, v. a. in selenarmen Regionen Chinas)


Überversorgung und Toxizität

Eine Überdosierung von Selen ist selten, kann aber bei übermäßiger Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln auftreten.

Symptome einer Selenose:

  • Haarausfall

  • Brüchige Nägel

  • Metallischer Geschmack

  • Magen-Darm-Beschwerden

  • Neurologische Störungen

Obergrenze (UL): ca. 300–400 µg/Tag (je nach Quelle)


Selen in der Medizin und Forschung

  • Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse (z. B. Hashimoto): Selen kann entzündungshemmend wirken.

  • Krebsprävention: Studien untersuchen, ob Selen das Risiko für bestimmte Krebsarten senken kann – Ergebnisse sind teils widersprüchlich.

  • COVID-19 und Infektionen: Selenstatus wird als möglicher Einflussfaktor auf Krankheitsverläufe erforscht.


Fazit

Selen ist ein unverzichtbares Spurenelement, das den Körper vor oxidativem Stress schützt, die Schilddrüse unterstützt und das Immunsystem stärkt. Eine ausgewogene Ernährung mit Fisch, Eiern, Vollkorn und gelegentlich Paranüssen deckt den Bedarf meist gut. Nahrungsergänzungsmittel sollten nur bei nachgewiesenem Mangel und unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden.