Gesättigte Fettsäuren – Wirkung, Vorkommen und Bedeutung für die Gesundheit

1. Einleitung

Fette sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Ernährung. Sie liefern Energie, dienen als Baustoffe und übernehmen wichtige Funktionen im Stoffwechsel. Neben ungesättigten Fettsäuren spielen gesättigte Fettsäuren eine besondere Rolle, da sie sowohl positive als auch kritische Auswirkungen auf die Gesundheit haben können.


2. Chemische Grundlagen

  • Definition: Gesättigte Fettsäuren sind Fettsäuren ohne Doppelbindungen in ihrer Kohlenstoffkette.

  • Eigenschaften:

    • stabil gegenüber Hitze und Oxidation → gut zum Braten geeignet.

    • meist fest bei Zimmertemperatur (z. B. Butter, Kokosfett).

  • Beispiele: Stearinsäure, Palmitinsäure, Laurinsäure.


3. Vorkommen in Lebensmitteln

3.1 Tierische Quellen

  • Fleisch (Schwein, Rind, Lamm)

  • Wurstwaren und Innereien

  • Butter, Schmalz, Sahne, Käse

  • Vollmilchprodukte

3.2 Pflanzliche Quellen

  • Kokosöl

  • Palmöl

  • Kakaobutter


4. Funktionen im Körper

Gesättigte Fettsäuren sind nicht grundsätzlich schädlich, sondern erfüllen wichtige Aufgaben:

  • Energiequelle: 1 g Fett liefert etwa 9 kcal.

  • Bausteine von Zellmembranen: verleihen Stabilität.

  • Wärmeisolierung & Polsterung: schützen Organe und regulieren die Körpertemperatur.

  • Hormonproduktion: beteiligt an der Bildung bestimmter Hormone und Botenstoffe.


5. Gesundheitliche Aspekte

5.1 Positive Seiten

  • sorgen für Stabilität von Fetten bei der Lebensmittelherstellung (z. B. in Schokolade).

  • können in Maßen unbedenklich sein, vor allem in Kombination mit einer gesunden Ernährung.

5.2 Kritische Seiten

  • hoher Konsum erhöht das LDL-Cholesterin im Blut → Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall.

  • Zusammenhang mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

  • Ersatz von gesättigten durch ungesättigte Fettsäuren wirkt sich günstig auf das Herz-Kreislauf-System aus.


6. Empfehlungen & Richtwerte

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): maximal 10 % der täglichen Energiezufuhr sollte aus gesättigten Fettsäuren stammen.

  • Bei einer Ernährung von 2000 kcal entspricht das etwa 20–22 g gesättigter Fettsäuren pro Tag.

  • Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren sollte ausgewogen sein → mehr pflanzliche Öle und Fisch, weniger tierische Fette.


7. Praktische Tipps zur Ernährung

  • Tierische Fette reduzieren: fettarmes Fleisch und Milchprodukte bevorzugen.

  • Pflanzliche Alternativen wählen: Olivenöl, Rapsöl, Leinöl.

  • Bewusst genießen: Butter und Käse in Maßen, nicht komplett vermeiden.

  • Versteckte Fette beachten: Fertigprodukte, Backwaren und Snacks enthalten oft hohe Mengen gesättigter Fettsäuren.


8. Fazit

Gesättigte Fettsäuren sind ein natürlicher Bestandteil vieler Lebensmittel und übernehmen wichtige Funktionen im Körper. In übermäßigen Mengen können sie jedoch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Ein ausgewogenes Verhältnis mit ungesättigten Fettsäuren, viel Gemüse, Vollkornprodukten und moderatem Fleischkonsum ist entscheidend für eine gesunde Ernährung.