Amaranth-, Quinoa- oder Teffschrot – Kleine Körner mit großer Wirkung
Amaranth, Quinoa und Teff gehören zu den sogenannten Pseudogetreiden – Pflanzen, die ähnlich wie Getreide verwendet werden, botanisch aber keiner Getreidefamilie angehören. Sie sind uralte Kulturpflanzen, die seit Jahrtausenden in verschiedenen Teilen der Welt angebaut werden und heute als wertvolle Bausteine einer bewussten, glutenfreien Ernährung gelten. In Form von Schrot entfalten sie ihre volle Kraft, denn durch das schonende Zerkleinern bleiben sämtliche Nährstoffe des ganzen Korns erhalten.
Herkunft und Geschichte
Amaranth stammt ursprünglich aus Mittel- und Südamerika und war schon bei den Azteken ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Quinoa, das „Gold der Inka“, wächst in den Höhenlagen der Anden und galt dort als heiliges Korn. Teff hingegen stammt aus Äthiopien und ist die Grundlage für das traditionelle Sauerteigfladenbrot Injera.
Diese drei Körnerarten vereint, dass sie:
- glutenfrei sind und somit auch bei Zöliakie verträglich,
- reich an Nährstoffen und biologisch hochwertigem Eiweiß,
- anpassungsfähig in der Küche und leicht verdaulich.
Durch ihre unterschiedlichen Aromen – nussig bei Amaranth, mild-erdig bei Quinoa und leicht süßlich bei Teff – bereichern sie sowohl herzhafte als auch süße Speisen.
Herstellung von Amaranth-, Quinoa- und Teffschrot
Zur Herstellung von Schrot werden die ganzen Körner gereinigt und anschließend grob bis fein zermahlen.
Dabei unterscheidet man zwischen verschiedenen Körnungsgraden:
- Grob geschrotet: Für Bratlinge, Brote oder Getreidegerichte mit Biss.
- Mittelschrot: Ideal für Breie, Müslis oder Aufläufe.
- Feinschrot: Für Babybreie, Desserts oder als Bindemittel in Gebäck.
Das Schrotverfahren erhält alle Bestandteile des Korns – Schale, Keim und Mehlkörper – und damit auch die volle Nährstoffdichte.
Nährstoffe und Inhaltsstoffe
Amaranth-, Quinoa- und Teffschrot zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Nährstoffvielfalt aus. Sie liefern nicht nur Energie, sondern auch essenzielle Aminosäuren, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
Wichtige Inhaltsstoffe:
- Hochwertiges Eiweiß: Enthält alle essenziellen Aminosäuren – ideal für Vegetarier und Veganer.
- Komplexe Kohlenhydrate: Sorgen für langanhaltende Energie ohne Blutzuckerspitzen.
- Ballaststoffe: Unterstützen Verdauung und Darmgesundheit.
- B-Vitamine: Fördern Nervenstärke, Konzentration und Stoffwechsel.
- Mineralstoffe: Besonders reich an Eisen, Magnesium, Kalzium, Zink und Phosphor.
- Lysin: Eine Aminosäure, die im Getreide oft fehlt – stärkt Muskeln und Immunsystem.
- Antioxidantien: Schützen Zellen und wirken entzündungshemmend.
Durch diese Zusammensetzung gehören Amaranth-, Quinoa- und Teffschrot zu den nährstoffreichsten pflanzlichen Lebensmitteln der Welt.
Gesundheitliche Vorteile
Diese Pseudogetreide sind kleine, aber kraftvolle Helfer für Gesundheit und Wohlbefinden. Sie überzeugen durch eine Vielzahl positiver Wirkungen.
Gesundheitsfördernde Eigenschaften:
- Glutenfrei: Ideal bei Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit.
- Fördern Muskelaufbau und Zellregeneration dank ihres hohen Eiweißgehalts.
- Stärken Herz und Kreislauf durch Magnesium und ungesättigte Fettsäuren.
- Unterstützen die Blutbildung durch pflanzliches Eisen.
- Verbessern die Verdauung durch ihren hohen Ballaststoffanteil.
- Stabilisieren den Blutzuckerspiegel, da sie langsam verdauliche Kohlenhydrate enthalten.
- Stärken das Immunsystem durch Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe.
Amaranth-, Quinoa- und Teffschrot tragen dazu bei, den Körper mit nachhaltiger Energie zu versorgen – sanft, natürlich und ausgewogen.
Verwendung in der Küche
Diese drei Schrotarten sind kulinarisch äußerst vielseitig und lassen sich sowohl in herzhaften als auch in süßen Gerichten verwenden.
Beliebte Verwendungsmöglichkeiten:
- Brote und Brötchen: Als nährstoffreiche Zutat oder Mehlersatz in Vollkorngebäck.
- Frühstücksbreie und Müslis: Mit Obst, Nüssen und Milch oder Pflanzendrink – für einen energiereichen Start.
- Vegetarische und vegane Gerichte: In Bratlingen, Gemüsefüllungen oder Aufläufen.
- Suppen und Eintöpfe: Als sättigende Beigabe und natürliche Verdickung.
- Süße Speisen: In Desserts, Waffeln oder Pfannkuchen – für einen nussigen Geschmack und wertvolle Nährstoffe.
Ein Tipp: Durch kurzes Anrösten vor dem Kochen entfalten Amaranth, Quinoa und Teff ihr volles Aroma und entwickeln eine angenehm nussige Note.
Lagerung und Haltbarkeit
Da Schrot durch den Keimling einen höheren Fettanteil besitzt, sollte er sorgfältig gelagert werden, um Nährstoffe und Geschmack zu erhalten.
Lagerungshinweise:
- Kühl, trocken und dunkel aufbewahren, idealerweise in einem luftdichten Glasbehälter.
- Frisch verarbeiten, um Oxidation und Qualitätsverlust zu vermeiden.
- Nicht in Feuchtigkeit lagern, da sonst Schimmelbildung droht.
- Im Kühlschrank aufbewahren, wenn das Schrot länger gelagert werden soll.
Frisch geschroteter Amaranth, Quinoa oder Teff duftet angenehm nussig – ein Zeichen für Frische und Qualität.
Fazit
Amaranth-, Quinoa- und Teffschrot sind wahre Schätze der Natur. Sie liefern Energie, Eiweiß und Mineralstoffe in außergewöhnlicher Dichte und sind dabei leicht verdaulich und glutenfrei. Diese Pseudogetreide zeigen, dass gesunde Ernährung weder eintönig noch kompliziert sein muss – im Gegenteil: Sie sind vielseitig, aromatisch und nährstoffreich.
Ob im Frühstücksbrei, im Brot oder als Zutat in herzhaften Gerichten – Amaranth-, Quinoa- und Teffschrot stehen für natürliche Kraft, bewusste Ernährung und den Genuss ursprünglicher Körnertradition.