Feigen – Süße Früchte mit uralter Geschichte
Die Feige (Ficus carica) gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Mit ihrem mild-süßen Aroma, der weichen Konsistenz und dem hohen Nährwert ist sie sowohl frisch als auch getrocknet ein Klassiker in der Küche. Schon in der Antike spielte die Feige eine bedeutende Rolle in Ernährung, Religion und Kultur.
Herkunft und Verbreitung
Die Feige stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Westasien. Bereits vor über 5.000 Jahren wurde sie in Mesopotamien und Ägypten kultiviert. Sie gilt als eine der ersten Früchte, die bewusst angebaut wurden.
Heute wachsen Feigen vor allem in:
-
Mittelmeerländern (Türkei, Griechenland, Italien, Spanien)
-
Nahost (Syrien, Israel, Iran)
-
Kalifornien
-
Teilen Südamerikas und Australiens
Die Türkei ist der weltweit größte Produzent, besonders für getrocknete Feigen.
Merkmale der Pflanze und Frucht
-
Baum/Strauch: 3–10 m hoch, laubabwerfend, mit knorrigen Ästen.
-
Blätter: groß, gelappt, rau.
-
Früchte: botanisch gesehen Scheinfrüchte (Blütenstand, der innen Blüten trägt).
-
Aussehen: rundlich bis birnenförmig, grün, violett, braun oder gelblich.
-
Fruchtfleisch: rötlich bis bernsteinfarben, weich, mit vielen kleinen Kernen.
-
Geschmack: süßlich, mild-aromatisch.
-
Erntezeit: im Mittelmeerraum Juni bis September (manchmal zweite Ernte im Herbst).
Nährstoffe und gesundheitliche Vorteile
Feigen sind sowohl frisch als auch getrocknet sehr nahrhaft:
-
Vitamine: Vitamin A, Vitamin K, Vitamin B1, B2, B6, Folsäure.
-
Mineralstoffe: Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor.
-
Ballaststoffe: fördern die Verdauung.
-
Sekundäre Pflanzenstoffe: Polyphenole, Antioxidantien.
-
Fruchtzucker: besonders hoch in getrockneten Feigen (bis zu 60 %).
Gesundheitliche Wirkungen:
-
Verdauungsfördernd durch Ballaststoffe.
-
Stärkung von Knochen und Zähnen dank Kalzium und Magnesium.
-
Herz-Kreislauf-Schutz durch Kalium und Antioxidantien.
-
Zellschutz durch antioxidative Polyphenole.
-
Schnelle Energiequelle durch natürlichen Fruchtzucker.
Verwendung in der Küche
Feigen sind sowohl frisch als auch getrocknet beliebt:
-
Frisch: als Snack, in Obstsalaten, zu Käse oder auf Desserts.
-
Getrocknet: als Vorrat, in Müslis, Energieriegeln oder pur als Snack.
-
Backwaren: Feigenbrot, Kuchen, Plätzchen.
-
Herzhaft: zu Schinken, Wild, Geflügel oder Käse (z. B. Ziegenkäse mit Feigen).
-
Konservierung: Marmelade, Chutney, Kompott.
-
Getränke: Feigenkaffee, Feigenschnaps, Likör.
Im Mittelmeerraum sind getrocknete Feigen seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel.
Wirtschaftliche Bedeutung
-
Die Türkei ist der weltweit wichtigste Exporteur von Feigen.
-
Getrocknete Feigen haben den größten Marktanteil, da sie lange haltbar und vielseitig sind.
-
In der Gourmetküche sind frische Feigen beliebt, jedoch empfindlich und nur kurz lagerfähig.
-
Feigenprodukte wie Feigenbrot, Feigenschnaps oder Feigenkaffee sind wichtige regionale Spezialitäten.
Kulturelle Aspekte
-
In der Bibel und im Koran wird die Feige mehrfach erwähnt – sie gilt als Symbol für Wohlstand, Fruchtbarkeit und Frieden.
-
Im antiken Griechenland galt die Feige als „Speise der Athleten“, da sie Energie spendete.
-
In Rom war sie ein Grundnahrungsmittel der einfachen Bevölkerung.
-
Im Judentum gehört die Feige zu den „Sieben Früchten“ des Heiligen Landes.
-
Das Feigenblatt wurde zum Symbol für Schamhaftigkeit, bekannt aus der biblischen Geschichte von Adam und Eva.