Durian – Die „Königin der Früchte“

Die Durian (Durio zibethinus), auch als „Stinkfrucht“ bekannt, ist eine der berühmtesten und zugleich umstrittensten Tropenfrüchte der Welt. Sie wird in Südostasien hoch geschätzt und gilt dort als „Königin der Früchte“, während ihr intensiver Geruch in vielen westlichen Ländern für Skepsis sorgt. Ihr cremiges, reichhaltiges Fruchtfleisch begeistert Liebhaber ebenso, wie es Kritiker abschreckt.


Herkunft und Verbreitung

Die Durian stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Malaysias, Indonesiens und Borneos. Sie ist seit Jahrhunderten Teil der südostasiatischen Kultur und Küche.

Heute wird sie in vielen tropischen Regionen Südostasiens kultiviert:

  • Malaysia

  • Thailand (weltgrößter Exporteur)

  • Indonesien

  • Philippinen

  • Vietnam

In Thailand nimmt die Durian eine besondere Stellung ein: Dort wird sie als Nationalfrucht verehrt.


Merkmale der Pflanze und Frucht

  • Baum: immergrün, bis zu 40 m hoch, mit großen, länglichen Blättern.

  • Frucht:

    • Größe: 20–30 cm lang, Gewicht bis 5 kg.

    • Schale: dick, hart, mit spitzen Stacheln bedeckt.

    • Fruchtfleisch: gelblich bis cremefarben, weich, cremig.

    • Samen: groß, braun, nach Kochen oder Rösten essbar.

  • Geruch: intensiv, oft als Mischung aus faulen Zwiebeln, Käse und Benzin beschrieben – für viele abstoßend, für Liebhaber verführerisch.

  • Geschmack: süßlich, reichhaltig, erinnert an eine Mischung aus Vanille, Mandel und Karamell, mit herzhafter, fast zwiebelartiger Note.


Nährstoffe und gesundheitliche Vorteile

Die Durian ist reichhaltig und nahrhaft, fast einzigartig unter den Früchten:

  • Vitamine: Vitamin C, Vitamin B-Komplex (v. a. B6, Thiamin, Riboflavin, Niacin).

  • Mineralstoffe: Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Mangan.

  • Ballaststoffe: fördern die Verdauung.

  • Gesunde Fette: ungesättigte Fettsäuren.

  • Eiweiß: höher als bei den meisten Früchten.

  • Kalorien: ca. 145–160 kcal pro 100 g.

Gesundheitliche Wirkungen:

  • Energie- und Nährstoffquelle – sättigend und gehaltvoll.

  • Stärkung des Immunsystems durch Vitamin C.

  • Nerven- und Stoffwechselunterstützung durch B-Vitamine.

  • Herz-Kreislauf-Schutz dank Kalium und gesunden Fetten.

  • Zellschutz durch antioxidative Stoffe.


Verwendung in der Küche

Die Durian wird in Südostasien auf vielfältige Weise genutzt:

  • Frisch: roh gegessen, oft pur oder mit Reis.

  • Süßspeisen: in Eis, Kuchen, Pudding, Gebäck oder Pfannkuchen.

  • Getränke: Smoothies, Milchshakes, Durian-Kaffee.

  • Herzhaft: in Currys oder frittiert als Chips.

  • Samen: gekocht oder geröstet als Snack.

Besonders berühmt ist „Durian-Klebreis“ – eine thailändische Spezialität.


Wirtschaftliche Bedeutung

  • Thailand ist der größte Produzent und Exporteur von Durian und beliefert vor allem China, wo die Frucht sehr gefragt ist.

  • In Südostasien ist die Durian eine Luxusfrucht, die je nach Sorte sehr teuer sein kann. Besonders edle Sorten wie die „Musang King“ aus Malaysia erzielen Höchstpreise.

  • Der internationale Export ist schwierig, da die Frucht sehr empfindlich und ihr Geruch in vielen Ländern problematisch ist (z. B. Transportverbote in Hotels, Flugzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln).


Kulturelle Aspekte

  • In Südostasien gilt die Durian als Frucht der Könige – luxuriös, nährstoffreich und begehrt.

  • In Malaysia und Indonesien werden Durian-Feste veranstaltet, bei denen verschiedene Sorten probiert werden.

  • In der traditionellen asiatischen Medizin wird Durian eine wärmende Wirkung zugeschrieben.

  • Trotz ihres Geruchs ist sie ein fester Bestandteil der regionalen Esskultur und oft Gegenstand von Mythen und Geschichten.


Fazit

Die Durian ist eine ikonische Tropenfrucht, die durch ihr auffälliges Aussehen, ihren unvergleichlichen Geruch und ihr cremiges Fruchtfleisch polarisiert. Für manche ist sie ein kulinarischer Schatz, für andere ein „kulinarischer Albtraum“.

Fest steht: Mit ihrem hohen Nährstoffgehalt, ihrer kulturellen Bedeutung und ihrer einzigartigen Aromatik ist die Durian zurecht als „Königin der Früchte“ bekannt.