Proteine (Eiweiße) – Bausteine des Lebens
Proteine, auch Eiweiße genannt, gehören zu den drei Hauptnährstoffen neben Kohlenhydraten und Fetten. Sie sind für den Menschen lebensnotwendig und übernehmen im Körper zahlreiche Funktionen: Sie dienen als Baustoffe für Zellen und Gewebe, als Grundlage von Enzymen und Hormonen sowie als Energielieferant. Ohne Proteine wäre Leben nicht möglich.
Was sind Proteine?
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Chemisch gesehen bestehen Proteine aus Aminosäuren, die durch Peptidbindungen zu langen Ketten verknüpft sind.
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Es gibt 20 proteinogene Aminosäuren, von denen 8–9 für den Menschen essenziell sind, d. h. sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.
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Proteine unterscheiden sich je nach Anzahl, Reihenfolge und Faltung der Aminosäuren – dadurch entsteht eine enorme Vielfalt an Strukturen und Funktionen.
Funktionen von Proteinen im Körper
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Baustoffe: Hauptbestandteil von Muskeln, Haut, Haaren, Nägeln und Organen.
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Enzyme: fast alle Enzyme sind Proteine – sie beschleunigen Stoffwechselreaktionen.
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Hormone: viele Hormone, z. B. Insulin, bestehen aus Proteinen.
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Transport & Speicherung: Hämoglobin transportiert Sauerstoff, Ferritin speichert Eisen.
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Immunsystem: Antikörper bestehen aus Proteinen und wehren Krankheitserreger ab.
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Energiequelle: 1 g Eiweiß liefert 4 kcal – allerdings nutzt der Körper Proteine nur im Notfall als Energie.
Eiweißbedarf
Der tägliche Bedarf hängt von Alter, Aktivität und Gesundheitszustand ab:
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Gesunde Erwachsene: ca. 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht
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Kinder & Jugendliche: 1,0–1,2 g/kg (Wachstumsphase)
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Schwangere & Stillende: 1,2 g/kg
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Sportler: 1,2–2,0 g/kg, je nach Trainingsziel (Muskelaufbau oder Ausdauer)
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Ältere Menschen: 1,0–1,2 g/kg (zur Vermeidung von Muskelabbau)
Beispiel: Eine 70-kg-Person benötigt im Schnitt etwa 55 g Protein pro Tag.
Eiweißquellen
🔹 Tierische Proteine
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Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte
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Hohe biologische Wertigkeit (enthält alle essenziellen Aminosäuren im richtigen Verhältnis).
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Beispiele:
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Ei: höchste Wertigkeit (Referenzwert 100)
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Milchprodukte: Käse, Quark, Joghurt
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Fleisch: Huhn, Rind, Schwein
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Fisch: Lachs, Thunfisch, Kabeljau
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🔹 Pflanzliche Proteine
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Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Erbsen)
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Getreide (Hafer, Quinoa, Vollkornprodukte)
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Nüsse und Samen (Mandeln, Chia, Hanfsamen, Kürbiskerne)
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Vorteil: ballaststoffreich, fettarm, cholesterinfrei
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Nachteil: einige enthalten weniger bestimmte Aminosäuren → Kombination verschiedener Pflanzenproteine verbessert die Wertigkeit (z. B. Reis + Bohnen).
Biologische Wertigkeit
Die biologische Wertigkeit beschreibt, wie effizient Nahrungsprotein in körpereigenes Protein umgewandelt werden kann.
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Referenzwert: Hühnerei = 100
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Kombinationen steigern die Wertigkeit:
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Kartoffeln + Ei = 136
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Bohnen + Mais = sehr hoch
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Milch + Weizen = hoch
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Eiweiß in besonderen Ernährungsformen
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Vegetarische Ernährung: Milchprodukte und Eier sichern eine gute Eiweißversorgung.
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Vegane Ernährung: sorgfältige Kombination von Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen und Samen nötig; evtl. Ergänzung durch Sojaprodukte oder Proteinpulver.
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Low-Carb- und High-Protein-Diäten: Eiweiß liefert Sättigung, schützt Muskeln beim Abnehmen.
Eiweißmangel
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in Industrieländern selten, eher in Entwicklungsländern.
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Symptome: Muskelschwund, geschwächtes Immunsystem, Müdigkeit, Wachstumsstörungen.
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Schwere Formen: Kwashiorkor, Marasmus.
Eiweißüberschuss
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bei gesunden Menschen meist unproblematisch, da Überschüsse ausgeschieden werden.
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mögliche Folgen bei dauerhaft sehr hoher Zufuhr:
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Belastung der Nieren
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erhöhter Flüssigkeitsbedarf
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mögliche Calciumverluste bei gleichzeitig geringer Mineralstoffzufuhr
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