Geschmacksverstärker (E600–E699)
Die Zusatzstoffgruppe E600 bis E699 umfasst die Geschmacksverstärker. Sie selbst bringen kaum Eigengeschmack mit, verstärken aber bestimmte Aromen – besonders den beliebten Umami-Geschmack (herzhaft, würzig).
1. Warum werden Geschmacksverstärker eingesetzt?
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Intensivierung des Aromas: Ein Gericht schmeckt kräftiger, ohne dass mehr Fleisch, Fisch oder Gemüse verwendet werden muss.
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Kosteneffizienz: Hersteller können weniger hochwertige Zutaten einsetzen und dennoch „vollmundigen“ Geschmack erzeugen.
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Verstärkung bestimmter Geschmacksrichtungen: Vor allem „Umami“ und fleischähnliche Noten.
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Stabilisierung: Einige Geschmacksverstärker verhindern auch Geschmacksverluste beim Lagern.
2. Wichtige Vertreter (E600–E699)
2.1 Glutaminsäure & ihre Salze
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E620 Glutaminsäure → natürlich in Proteinen enthalten.
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E621 Mononatriumglutamat (MSG) → der bekannteste Geschmacksverstärker, in Chips, Suppen, Fertiggerichten.
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E622 Monokaliumglutamat
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E623 Calciumdiglutamat
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E624 Monoammoniumglutamat
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E625 Magnesiumdiglutamat
👉 Wirkung: verstärkt den Umami-Geschmack.
2.2 Guanylsäure & ihre Salze
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E626 Guanylsäure → kommt natürlich in Pilzen vor.
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E627 Dinatriumguanylat → in Instantprodukten, Chips, Würzmitteln.
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E628 Dikaliumguanylat
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E629 Calciumguanylat
👉 Oft in Kombination mit MSG, da die Wirkung verstärkt wird.
2.3 Inosinsäure & ihre Salze
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E630 Inosinsäure → natürlich in Fleisch und Fisch.
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E631 Dinatriuminosinat → in Snacks, Suppen, Würzmischungen.
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E632 Dikaliuminosinat
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E633 Calciuminosinat
👉 Ebenfalls häufig zusammen mit Glutamaten eingesetzt.
2.4 Ribonukleotide
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E634 Calcium-5′-Ribonukleotid
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E635 Dinatrium-5′-Ribonukleotid → besonders wirksam in Kombination mit Glutamat.
2.5 Weitere Stoffe
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E636 Maltol → verstärkt süßlich-karamellige Aromen.
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E637 Ethylmaltol → intensiviert Frucht- und Karamellgeschmack.
3. Gesundheitliche Aspekte
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Natürlich vorkommend: Viele Geschmacksverstärker sind in Lebensmitteln wie Tomaten, Käse oder Pilzen ohnehin enthalten.
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Sicher bei normalem Konsum: Die EU bewertet die meisten als unbedenklich.
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„China-Restaurant-Syndrom“: MSG (E621) wird oft mit Kopfschmerzen, Herzrasen oder Schwindel in Verbindung gebracht. Wissenschaftliche Beweise sind jedoch schwach – die meisten Menschen vertragen es ohne Probleme.
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Purinstoffe (z. B. Guanylate, Inosinate) können für Menschen mit Gicht problematisch sein, da sie den Harnsäurespiegel erhöhen.
4. Wo finden wir sie?
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Fertigsuppen und Instantnudeln
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Chips und Knabberartikel
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Würzmischungen und Brühen
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Tiefkühlgerichte
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Wurstwaren
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Soßen und Dressings
5. Tipps für Verbraucher
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Etiketten lesen → Geschmacksverstärker stehen oft unter E-Nummern oder ausgeschrieben (z. B. „Mononatriumglutamat“).
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Frisch kochen → natürliche Umami-Quellen wie Tomaten, Pilze, Parmesan oder Sojasauce liefern den Effekt auch ohne Zusatzstoffe.
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Empfindlichkeiten beachten → wer MSG oder ähnliche Stoffe nicht verträgt, sollte Fertigprodukte reduzieren.
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Bio-Produkte wählen → viele Bio-Siegel erlauben keine synthetischen Geschmacksverstärker.