Getreide, Foto Gerste

Systematik: Familie der Süßgräser (Poaceae), Gattung Gerste (Hordeum).  

Beschreibung: Gerste ist einjähriges Getreide mit Wuchshöhen von 70–120 cm. Die Ähren bestehen aus mehrzeiligen oder zweizeiligen Ährchen, die jeweils ein Korn tragen. Die Körner sind länglich, oft mit Spelzen fest umschlossen. Farbvarianten reichen von gelb über braun bis violett. 

Herkunft: Die Wildform (Hordeum vulgare ssp. spontaneum) stammt aus dem „Fruchtbaren Halbmond“ (Vorderasien). Der Beginn des Anbaus lässt sich auf etwa 7000 v. Chr. datieren. Gerste gehört zu den ältesten Kulturpflanzen und wurde bereits in Mesopotamien, Ägypten und China kultiviert.  

Anbau: Gerste ist anspruchslos und anpassungsfähig. Sie wächst auf leichten bis mittleren Böden und in trockenen Regionen. Wintergerste und Sommergerste werden unterschieden: Wintergerste dient überwiegend als Futtergetreide, Sommergerste wird für Brauzwecke angebaut.

Verwendung:

  • Lebensmittel: Herstellung von Graupen, Gerstenflocken und Mehl; Verwendung in Suppen und Breien.

  • Getränke: Wichtigstes Braugetreide für Bier (Malzgewinnung); Einsatz in Whiskyproduktion.

  • Futtermittel: Hauptsächlich als Viehfutter genutzt, besonders in der Schweine- und Rinderhaltung.

  • Weitere Verwendung: Gerstenstroh als Einstreu; in neuerer Zeit auch für gesundheitsbezogene Produkte (z. B. Gerstengraspulver).

Inhaltsstoffe: Gerste enthält 60–65 % Stärke, 10–12 % Eiweiß, 2–3 % Fett sowie 10–15 % Ballaststoffe. Sie ist reich an Mineralstoffen (Magnesium, Kalium, Eisen) und Vitaminen (v. a. B-Vitamine). Beta-Glucane aus Gerste wirken cholesterinsenkend und positiv auf den Blutzuckerspiegel.

Bedeutung: Gerste ist nach Weizen, Reis und Mais eines der weltweit bedeutendsten Getreide. Sie hat besondere Bedeutung in der Bier- und Spirituosenherstellung sowie in der Tierfütterung. Hauptanbaugebiete sind Russland, Deutschland, Frankreich, Kanada und Australien.