Einkorn (Triticum monococcum)

Systematik: Familie der Süßgräser (Poaceae), Gattung Weizen (Triticum).Ancient Grains: Einkorn — Department of Plant Science

Beschreibung: Einkorn ist eine diploide Weizenart und zählt zu den ältesten kultivierten Getreidearten. Die Pflanze erreicht Höhen von 60–100 cm. Die Ähre ist schmal und locker aufgebaut, die Körner sind klein, länglich und gelblich gefärbt. Charakteristisch ist, dass jedes Ährchen nur ein Korn trägt (daher der Name Einkorn).

Herkunft: Einkorn stammt aus dem „Fruchtbaren Halbmond“ (Naher Osten). Archäologische Funde datieren den Beginn des Anbaus auf etwa 7500 v. Chr. Es war eines der ersten domestizierten Getreide der Jungsteinzeit und bildete die Grundlage früher bäuerlicher Ernährung in Vorderasien und Südosteuropa.

Anbau: Anspruchslos, gedeiht auf mageren, steinigen Böden und in Höhenlagen. Resistent gegen Krankheiten, aber ertragsarm im Vergleich zu modernen Weizensorten. Heute wird Einkorn nur noch auf kleinen Flächen, vor allem im ökologischen Landbau, kultiviert.

Verwendung:

  • Lebensmittel: Einkornmehl wird zur Herstellung von Brot, Nudeln, Gebäck und Breien genutzt. Es hat einen nussigen Geschmack und eine gelbliche Farbe.

  • Spezialprodukte: Verwendung in Bier- und Spirituosenproduktion.

  • Tierfütterung: Früher als Futtergetreide, heute kaum noch von Bedeutung.

Inhaltsstoffe: Einkorn enthält 50–60 % Stärke, 15–18 % Eiweiß, 2–3 % Fett und einen hohen Gehalt an Mineralstoffen (Magnesium, Eisen, Zink) sowie Carotinoiden (besonders Lutein), die die gelbe Kornfarbe bedingen. Der Glutengehalt ist hoch, aber weniger dehnbar als bei Weizen.

Bedeutung: Einkorn hat heute nur geringe agrarische Bedeutung, erfährt jedoch im Zuge der Wiederentdeckung alter Kulturpflanzen wachsende Aufmerksamkeit. Es gilt als ernährungsphysiologisch wertvoll und wird vorrangig in der ökologischen Landwirtschaft sowie für Nischenprodukte genutzt.