Die blauen Juwelen der Wiesen und Küchen
Die Kornblume (Centaurea cyanus) ist eine der bekanntesten Wildblumen Europas. Mit ihren intensiv leuchtend blauen Blütenköpfen prägte sie über Jahrhunderte das Bild von Getreidefeldern, ehe sie durch moderne Landwirtschaft fast verschwunden wäre. Heute erlebt sie eine Renaissance – nicht nur als Zierpflanze und Symbolblume, sondern auch als heilkräftige und kulinarisch verwendbare Blüte.
Botanik und Erscheinungsbild
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Familie: Korbblütler (Asteraceae)
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Wuchs: Einjährige Pflanze, 30–90 cm hoch
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Blätter: Schmal, graugrün und leicht behaart
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Blüten: Strahlend blau, manchmal rosa oder weiß; zusammengesetzte Blütenköpfe mit Zungenblüten außen und Röhrenblüten innen
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Blütezeit: Juni bis September
Die Kornblume bevorzugt sonnige, trockene Standorte und war früher Begleiterin von Roggen- und Weizenfeldern, woraus ihr Name stammt.
Inhaltsstoffe
Die Kornblume ist nicht nur schön, sondern reich an wertvollen Substanzen:
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Anthocyane (Cyanin) – verantwortlich für die blaue Farbe, antioxidativ
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Bitterstoffe – regen die Verdauung an
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Gerbstoffe – adstringierend und entzündungshemmend
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Flavonoide – antioxidativ und stärkend für das Immunsystem
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Schleimstoffe – wohltuend für Schleimhäute
Verwendung in der Küche
Die Kornblume wird meist als essbare Blüte genutzt. Sie besitzt ein mildes, leicht herb-bitteres Aroma, das vor allem dekorativen, aber auch aromatischen Wert hat.
Typische Anwendungen:
1. Dekoration:
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In Salaten, auf Desserts oder Kuchen
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Zum Garnieren von Käseplatten und kalten Platten
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2. Getränke und Tees:
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Bestandteil von Teemischungen (z. B. Earl Grey oder Blütenmischungen)
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Für Kräuterlimonaden oder Sirup
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3. Gewürzmischungen:
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In Blütensalzen oder bunten Pfeffer- und Gewürzmischungen
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In Zucker eingelegt als farbenfrohe Zutat für Süßspeisen
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Heilwirkung und traditionelle Nutzung
In der Volksheilkunde war die Kornblume lange ein bewährtes Hausmittel:
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Augenheilpflanze: Kornblumentee oder -auszug wurde als Augenkompresse bei Bindehautentzündungen und müden Augen verwendet (daher der alte Name „Augenblume“).
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Verdauungsfördernd: Bitterstoffe regen Magen und Galle an.
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Entzündungshemmend: Wirkt unterstützend bei leichten Hautirritationen oder Schleimhautproblemen.
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Harnfördernd: In Teemischungen zur sanften Entwässerung.
Symbolik und Kulturgeschichte
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In vielen Regionen Europas galt die Kornblume als Symbol für Treue, Hoffnung und Reinheit.
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Im 19. Jahrhundert wurde sie in Deutschland und Österreich als „Preußenblume“ und Zeichen patriotischer Gesinnung bekannt.
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Heute ist sie die Nationalblume Estlands und ein Symbol des Naturschutzes.
Anbau und Ernte
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Anbau: Kornblumen lassen sich leicht im Garten ansäen; sie bevorzugen sonnige, nährstoffarme Böden.
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Ernte: Die Blüten werden während der vollen Blütezeit gepflückt und möglichst rasch verarbeitet oder getrocknet.
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Trocknung: Schonend im Schatten, damit die intensive blaue Farbe erhalten bleibt.