Schnittlauch – das würzige Allium für Küche und Gesundheit
Schnittlauch (Allium schoenoprasum) ist eines der bekanntesten und beliebtesten Küchenkräuter. Mit seinem milden, zwiebelartigen Aroma verfeinert er Salate, Suppen, Eiergerichte und zahlreiche andere Speisen. Neben seiner kulinarischen Bedeutung ist Schnittlauch auch eine alte Heilpflanze, die bereits seit Jahrhunderten in Europa angebaut wird.
Herkunft und Geschichte
Schnittlauch gehört wie Zwiebel, Knoblauch und Lauch zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Ursprünglich stammt er aus Europa und Asien, wo er auf feuchten Wiesen und Bachufern wild wächst. Schon im Mittelalter wurde Schnittlauch in Klostergärten kultiviert und diente sowohl als Nahrungsmittel als auch zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden und Infekten.
Heute ist er weltweit verbreitet und wird sowohl in Hausgärten als auch im Erwerbsanbau kultiviert.
Botanik und Erscheinungsbild
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Wuchs: Ausdauernde, krautige Pflanze, bis zu 30–50 cm hoch.
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Blätter: Röhrenförmig, hohl, saftig-grün, mit mildem Zwiebelaroma.
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Blüten: Violette bis purpurne, kugelige Doldenblüten (Mai bis Juli).
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Wurzel: Bildet kleine Zwiebelchen, die Horste bilden.
Schnittlauch wächst horstartig und treibt nach jedem Schnitt erneut aus, was ihn zu einem sehr ertragreichen Kraut macht.
Inhaltsstoffe und Wirkung
Schnittlauch enthält zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe:
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Vitamine: Vitamin C, Provitamin A, Vitamin K
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Mineralstoffe: Kalium, Calcium, Eisen, Magnesium
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Schwefelhaltige Verbindungen: Allicin, wirken antibakteriell und verdauungsfördernd
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Flavonoide: antioxidativ, stärken die Gefäße
Gesundheitsfördernde Wirkungen:
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regt Appetit und Verdauung an
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wirkt leicht antibakteriell und pilzhemmend
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unterstützt das Immunsystem
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fördert die Durchblutung und kann Blutdruck regulieren
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wirkt entwässernd und harntreibend
In der Volksmedizin wird Schnittlauch vor allem zur Stärkung und bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.
Kulinarische Nutzung
Schnittlauch ist ein vielseitiges Küchenkraut, das frisch am besten schmeckt. Er sollte immer roh oder erst kurz vor dem Servieren zugegeben werden, da sein Aroma beim Erhitzen verloren geht.
Verwendungsmöglichkeiten:
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Salate: klassisch in Kartoffel- oder Eiersalat
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Suppen: als Garnitur auf Cremesuppen oder klaren Brühen
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Eiergerichte: Rührei, Omelett, gekochte Eier
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Saucen & Dips: Quark, Joghurt, Sauerrahm, Kräuterbutter
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Kartoffelgerichte: Pellkartoffeln, Ofenkartoffeln, Püree
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Brotbelag: Frischkäse, Butter oder direkt aufs Brot
Auch die essbaren Blüten sind eine Delikatesse: Sie haben ein feines Zwiebelaroma und eignen sich hervorragend als Dekoration.
Anbau im Garten und auf dem Balkon
Schnittlauch ist pflegeleicht und gedeiht fast überall.
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Standort: sonnig bis halbschattig, humoser, feuchter Boden
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Aussaat: ab März im Freiland oder ganzjährig auf der Fensterbank
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Pflege: gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden; regelmäßiger Schnitt fördert dichten Wuchs
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Überwinterung: mehrjährig und winterhart; treibt jedes Frühjahr neu aus
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Ernte: vom Frühjahr bis in den Herbst
Tipp: Zum Trocknen ist Schnittlauch weniger geeignet, da er Aroma verliert. Besser: frisch einfrieren.
Ökologische Bedeutung
Schnittlauch ist nicht nur für den Menschen wertvoll, sondern auch für die Natur:
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Blüten: ziehen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an
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Gartenkultur: pflegeleicht, dient als nützliche Begleitpflanze, die Schädlinge fernhält