Laktoseintoleranz – Symptome und Beschwerden

Die Laktoseintoleranz ist eine weit verbreitete Lebensmittelunverträglichkeit, bei der der Körper den Milchzucker Laktose nicht vollständig abbauen kann. Ursache ist ein Mangel des Enzyms Laktase, das im Dünndarm benötigt wird, um Laktose in ihre Bestandteile Glukose und Galaktose zu spalten. Wird Laktose unverdaut in den Dickdarm weitergeleitet, kommt es dort durch bakterielle Gärung zu typischen Symptomen.


Entstehung der Symptome

  • Unverdaute Laktose gelangt in den Dickdarm.

  • Darmbakterien vergären die Laktose → es entstehen Gase (Wasserstoff, Methan, Kohlendioxid).

  • Die Gärung produziert zusätzlich Milchsäure und Fettsäuren, die Wasser in den Darm ziehen.

  • Ergebnis: Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Die Stärke der Symptome hängt ab von:

  • der Menge an verzehrter Laktose,

  • der Restaktivität des Enzyms Laktase,

  • der individuellen Empfindlichkeit,

  • der Zusammensetzung der Darmflora.


Typische Symptome

1. Magen-Darm-Beschwerden

  • Blähungen: durch Gasbildung im Darm.

  • Bauchschmerzen und Krämpfe: hervorgerufen durch Dehnung der Darmwand.

  • Durchfall oder weicher Stuhl: osmotischer Effekt, da Wasser in den Darm gezogen wird.

  • Völlegefühl: bereits nach kleinen Mahlzeiten.

  • Übelkeit: manchmal mit Erbrechen, vor allem bei höheren Laktosemengen.

2. Allgemeine Beschwerden

  • Müdigkeit und Erschöpfung (indirekt durch Verdauungsstress).

  • Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten (bei manchen Betroffenen beobachtet).

  • Unruhe oder Nervosität (durch die Belastung des Verdauungstrakts).

3. Seltener berichtete Symptome

Manche Patienten berichten über Symptome, die nicht direkt mit dem Verdauungstrakt in Verbindung stehen:

  • Hautirritationen

  • Muskelschmerzen

  • Herzklopfen

👉 Diese Beschwerden sind unspezifisch und sollten sorgfältig ärztlich abgeklärt werden, da sie nicht zwingend durch Laktose ausgelöst werden.


Zeitlicher Verlauf der Symptome

  • Beschwerden treten meist 30 Minuten bis 2 Stunden nach dem Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln auf.

  • Bei manchen Betroffenen können sie auch erst nach mehreren Stunden spürbar werden.


Unterschied zur Milcheiweißallergie

Die Symptome einer Laktoseintoleranz ähneln manchmal denen einer Milcheiweißallergie, sind aber grundverschieden:

MerkmalLaktoseintoleranzMilcheiweißallergie
UrsacheMangel oder Fehlen des Enzyms Laktase im DünndarmÜberreaktion des Immunsystems auf Proteine in der Milch
Beteiligter StoffMilchzucker (Laktose)Milcheiweiß (z. B. Kasein, Molkenprotein)
Beteiligtes SystemVerdauungssystemImmunsystem
Reaktion im KörperUnverdaute Laktose wird im Dickdarm vergoren und verursacht BeschwerdenDas Immunsystem bildet Antikörper gegen Milcheiweiß
Typische SymptomeBlähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, VöllegefühlHautausschlag, Juckreiz, Schwellungen, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen
Zeitpunkt des AuftretensMinuten bis Stunden nach dem Verzehr von MilchproduktenKurz nach dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten
DiagnoseverfahrenH2-Atemtest, EliminationsdiätAllergietest (Prick-Test, IgE-Antikörpertest)
BehandlungReduktion oder Vermeidung von Laktosehaltigen ProduktenStrikter Verzicht auf Milch und Milchbestandteile
Geeignete AlternativenLaktosefreie Milchprodukte, pflanzliche Milchalternativen (z. B. Hafer, Mandel, Soja)Milchfreie Alternativen wie Soja-, Hafer-, Reis- oder Mandelmilch


Einflussfaktoren auf die Symptomstärke

  • Menge der Laktose: kleine Mengen sind oft verträglich, große verursachen Beschwerden.

  • Begleitende Lebensmittel: Laktose mit Fett oder Eiweiß wird langsamer verdaut → besser verträglich.

  • Individuelle Toleranzgrenze: variiert stark von Person zu Person.

  • Darmflora: eine gesunde Bakterienzusammensetzung kann Symptome abmildern.


Fazit

Die Symptome einer Laktoseintoleranz betreffen vor allem den Verdauungstrakt: Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall und Völlegefühl sind typisch. Sie treten meist innerhalb weniger Stunden nach dem Verzehr von Milchprodukten auf und sind unangenehm, aber nicht gefährlich.

Da die Beschwerden stark variieren können, ist es wichtig, die individuelle Toleranzgrenze herauszufinden und die Ernährung entsprechend anzupassen. So lassen sich die Symptome in den meisten Fällen gut kontrollieren.