Kornkäfer – der klassische Vorratsschädling im Getreide
Der Kornkäfer (Sitophilus granarius) ist einer der bedeutendsten Vorratsschädlinge in Europa. Er befällt vor allem Getreide und gehört zur Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae). Da er sich innerhalb der Körner entwickelt, bleibt ein Befall oft lange unentdeckt – bis erhebliche Schäden entstanden sind.
Merkmale und Aussehen
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Größe: 2,5 – 5 mm
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Farbe: dunkelbraun bis schwarzbraun, matt glänzend
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Form: länglich-oval, mit charakteristischem „Rüssel“ am Kopf
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Flügel: im Gegensatz zu Reis- und Maiskäfern nicht flugfähig
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Larven: weißlich, beinlos, gekrümmt, entwickeln sich vollständig im Korninneren
👉 Ein markantes Unterscheidungsmerkmal zu Reis- und Maiskäfern ist, dass Kornkäfer keine Flügel zum Fliegen besitzen.
Lebensweise und Entwicklung
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Eiablage: Weibchen bohren ein Loch in ein Korn und legen dort ein Ei ab, das anschließend mit einem Sekret verschlossen wird.
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Larvenentwicklung: Die Larve frisst das Korn von innen aus.
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Puppe: Entwicklung im Korninneren, geschützt vor äußeren Einflüssen.
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Ausflug: Käfer verlässt das Korn durch ein rundes Ausflugloch.
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Lebensdauer: bis zu 8 Monate.
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Generationen: 2–4 pro Jahr möglich, abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit.
Befallsprodukte
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Weizen
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Roggen
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Hafer
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Gerste
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Mais (selten)
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Reiskörner (selten)
Auch Mehlprodukte können bei starkem Befall verschmutzt sein, werden aber nicht direkt als Brutsubstrat genutzt.
Schäden
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Direkter Fraßschaden: Körner werden hohl und verlieren Gewicht.
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Qualitätsverlust: befallenes Getreide ist nicht mehr backfähig und verliert Keimfähigkeit.
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Verunreinigung: Kot, Larvenhäute und tote Käfer verschmutzen Vorräte.
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Wirtschaftlich: enorme Verluste in Silos, Mühlen und Vorratsspeichern.
Bekämpfung & Vorbeugung
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Sauberkeit: Vorratsspeicher gründlich reinigen, keine alten Kornreste belassen.
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Lagerung: Kühl und trocken; Kornfeuchtigkeit unter 12 % senken.
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Kontrolle: Regelmäßige Inspektion mit Siebung und Fallen.
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Kälte/Hitze:
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Tiefkühlen bei –18 °C (mehrere Tage)
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Erhitzen über 55–60 °C (ca. 1 Stunde)
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Professionelle Methoden: Begasung mit Phosphin in Silos oder Lagerhallen.
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Monitoring: Pheromonfallen zur Früherkennung.