Die Kakaomotte – ein unterschätzter Vorratsschädling 
Die Kakaomotte (Ephestia elutella), auch als Speichermotte oder Tabakmotte bekannt, ist ein weltweit verbreiteter Vorratsschädling. Ihren Namen verdankt sie der Vorliebe ihrer Larven für Kakaobohnen und kakaohaltige Produkte, doch sie befällt auch viele andere Vorräte.
Merkmale und Aussehen
-
Größe: Körperlänge 10–14 mm, Flügelspannweite ca. 16–20 mm.
-
Farbe: Vorderflügel silbrig-grau mit feinen dunklen Querlinien, Hinterflügel heller und einfarbig.
-
Larven: bis 15 mm lang, weißlich bis rötlich oder grünlich, mit brauner Kopfkapsel.
-
Besonderheit: Larven erzeugen feine Gespinste, die Lebensmittel verklumpen lassen.
Lebensweise und Entwicklung
Die Kakaomotte durchläuft eine vollständige Metamorphose:
-
Ei: Ein Weibchen legt bis zu 300 Eier direkt in oder an Nahrungsmitteln ab.
-
Larvenstadium: Die Raupen sind die Hauptschädlinge. Sie fressen an Vorräten und durchziehen diese mit Gespinsten.
-
Puppenstadium: Die Verpuppung findet in Ritzen, an Wänden oder in Verpackungsecken statt.
-
Falter: Adulte Motten leben nur wenige Wochen, nehmen keine Nahrung auf und widmen sich ausschließlich der Fortpflanzung.
Bei Temperaturen um 25 °C beträgt die Entwicklungszeit ca. 7–10 Wochen.
Befallene Produkte
Die Kakaomotte befällt neben Kakao auch viele weitere Vorräte:
-
Kakaobohnen und Schokolade
-
Nüsse, Mandeln, Trockenfrüchte
-
Getreide, Mehl, Haferflocken, Reis
-
Gewürze, Tee, Tabak
-
Tierfutter
Schäden und Risiken
-
Lebensmittelverlust: Gespinste, Kot und Larvenreste machen Produkte unbrauchbar.
-
Qualitätsminderung: In der Industrie führt ein Befall zu hohen wirtschaftlichen Schäden.
-
Hygieneprobleme: Befallene Lebensmittel sind nicht mehr genießbar.
Bekämpfung und Vorbeugung
-
Befallene Produkte entsorgen: Befallene Vorräte sofort luftdicht verschließen und entsorgen.
-
Reinigung: Schränke gründlich aussaugen und mit Essig- oder Seifenwasser auswischen.
-
Dichte Lagerung: Vorräte in Glas- oder Metallbehältern mit dicht schließendem Deckel aufbewahren.
-
Pheromonfallen: Zum Monitoring und zur Reduzierung der männlichen Population.
-
Biologische Bekämpfung: Schlupfwespen (Trichogramma evanescens) parasitieren die Eier und verhindern eine weitere Vermehrung.
-
Temperaturkontrolle: Kühllagerung hemmt die Entwicklung der Larven.