Saccharose (Haushaltszucker) – der bekannteste Zweifachzucker
Saccharose, im Alltag als Haushaltszucker bezeichnet, ist der wohl bekannteste Zucker weltweit. Sie gehört zu den Disacchariden (Zweifachzuckern) und spielt sowohl in der Ernährung als auch in der Lebensmittelindustrie eine zentrale Rolle. Obwohl sie seit Jahrhunderten als beliebter Süßmacher genutzt wird, ist sie in den letzten Jahrzehnten zunehmend in die Kritik geraten – vor allem wegen ihrer gesundheitlichen Auswirkungen bei übermäßigem Konsum.
Chemische Grundlagen
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Summenformel: C₁₂H₂₂O₁₁
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Struktur: Saccharose besteht aus zwei Monosacchariden:
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Glucose (Traubenzucker)
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Fructose (Fruchtzucker)
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Eigenschaften:
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farblos, kristallin, wasserlöslich
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süßer Geschmack (Süßkraft zwischen Glucose und Fructose)
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gut lagerfähig und vielseitig einsetzbar
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Vorkommen von Saccharose
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Natürliche Quellen: Obst, Gemüse, Honig (in geringen Mengen).
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Hauptquelle für Gewinnung:
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Zuckerrohr (tropische Regionen)
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Zuckerrüben (Europa, besonders Deutschland, Frankreich, Polen).
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Herstellung
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Zuckerrohr oder Zuckerrüben werden geerntet und ausgepresst.
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Der Saft wird gereinigt, eingedickt und kristallisiert.
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Es entstehen Rohzucker und nach Raffination der bekannte weiße Haushaltszucker.
Funktionen im Körper
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Energiequelle
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liefert 4 kcal pro Gramm.
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wird im Dünndarm durch das Enzym Sucrase in Glucose und Fructose gespalten.
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Glucose dient direkt als Energielieferant, Fructose wird in der Leber verstoffwechselt.
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Schnell verfügbare Energie
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ideal in Notfällen bei Unterzuckerung (Hypoglykämie).
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kurzfristiger Energieschub bei sportlicher Belastung.
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Geschmacks- und Konservierungsstoff
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verleiht Lebensmitteln Süße, Textur und Haltbarkeit.
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Saccharose in Lebensmitteln
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Direkte Nutzung: Haushaltszucker zum Süßen von Getränken, Backwaren, Desserts.
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Verarbeitete Produkte: Limonaden, Süßigkeiten, Fertiggerichte, Joghurts, Müslis, Ketchup, Saucen.
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Versteckter Zucker: sehr häufig in industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten.
Gesundheitliche Aspekte
Vorteile
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schnelle Energieversorgung.
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natürlicher Bestandteil von Obst und Gemüse (dort kombiniert mit Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen).
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vielseitig einsetzbar in Küche und Industrie.
Nachteile bei Überkonsum
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Übergewicht: durch hohe Energiedichte und geringe Sättigung.
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Diabetes Typ 2: dauerhafte Überlastung des Insulinstoffwechsels.
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Karies: Bakterien bauen Saccharose zu Säuren ab, die den Zahnschmelz angreifen.
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Fettleber: durch übermäßige Fructose-Anteile aus Saccharose.
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: erhöhtes Risiko durch Blutfettstörungen und Entzündungen.
Empfehlungen zur Zufuhr
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WHO-Empfehlung: maximal 10 % der täglichen Energiezufuhr aus „freiem Zucker“ (dazu zählt auch Saccharose).
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Optimal: weniger als 5 % → ca. 25 g pro Tag (ca. 6 Teelöffel) für einen Erwachsenen.
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In Deutschland liegt der Konsum jedoch deutlich höher (durchschnittlich 90–100 g pro Tag).
Zuckeralternativen
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Natürliche Süßungsmittel: Honig, Ahornsirup, Datteln (ähnlich kalorienreich).
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Zuckeralkohole: Xylit, Erythrit (weniger Kalorien, zahnfreundlich).
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Süßstoffe: Aspartam, Stevia, Sucralose (kalorienfrei, kontrovers diskutiert).